WÜRZBURG

Sing- und Musikschule will ans Hubland

Michael Dröse
Michael Dröse

Eine Gebührenerhöhung von rund 3,2 Prozent ab dem Schuljahr 2015/2016 hat die Verbandsversammlung des Zweckverbands Sing- und Musikschule beschlossen. Die von Stadt und Landkreis gemeinsam getragene Schule sucht außerdem ein neues Zuhause mit mehr Platz und hofft auf ein leer stehendes Gebäude der ehemaligen Leighton Barracks am Hubland.

Die von Landrat Eberhard Nuß und Bürgermeisterin Marion Schäfer-Blake geleitete Verbandsversammlung im Würzburger Rathaus war sich einig: Das Gebäude der Sing- und Musikschule in der Burkarderstraße wird den Anforderungen nicht mehr gerecht – es ist einfach zu wenig Platz. Zwar gibt es in Stadt und Landkreis mittlerweile 40 Außenstellen, viele davon „mit sehr guten Bedingungen“, wie Michael Dröse, der Geschäftsleiter der Schule, betonte. Mit dem Hauptgebäude könne die Sing- und Musikschule ihrem Auftrag aber nicht mehr gerecht werden.

Schwimmbad als Vorbild

„Völlig unzulänglich“, sei die Situation, bestätigte auch der städtische Kulturreferent Muchtar Al Ghusain. Die Verantwortlichen haben bereits ein neues Domizil im Auge: Das leer stehende „Gebäude 13“ auf dem Leighton-Areal, am Rand des künftigen Landesgartenschaugeländes und damit gleichzeitig mitten im geplanten neuen Stadtteil „Hubland“ gelegen. „Lassen sie uns diese Möglichkeit untersuchen. Wir müssen das genauso machen wie bei unserem gemeinsamen Schwimmbad“, so Nuß.

Nuß sprach sich auch für eine Erhöhung der Verbandsumlage aus – allerdings erst für das Schuljahr 2016/2017. Die Entscheidung darüber steht also im kommenden Jahr auf der Tagesordnung der Verbandsversammlung. „Das, was die Eltern leisten können, ist ausgereizt“, betonte Nuß. Zum kommenden Schuljahr werden die Gebühren für den Unterricht in der Sing- und Musikschule um rund 3,2 Prozent steigen. „Wir drehen lieber jedes Jahr ein kleines Stück an der Gebührenschraube als nach mehreren Jahren stärker“, erklärte Michael Dröse.

Mit ihren Gebühren liegt die Sing- und Musikschule Würzburg auf durchschnittlichem bayerischen Niveau: „Wir sind nicht die günstigste, aber auch nicht die teuerste“, so Dröse. Etwas mehr als die Hälfte des aktuellen Jahresetats von rund drei Millionen Euro tragen Stadt und Landkreis durch die Verbandsumlage, knapp zehn Prozent kommen als Förderung vom Freistaat Bayern.

Das bedeutet umgerechnet, dass der Zweckverband von einer 45-minütigen Unterrichtsstunde 23 Minuten, die Eltern 17 Minuten und der Freistaat 5 Minuten bezahlt. Zwar hat die Sing- und Musikschule das Jahr 2013 mit einem leichten Überschuss von rund 48 00 Euro abgeschlossen, aber auch in den kommenden Jahren werden die Ausgaben, die zu deutlich über 90 Prozent aus den Gehältern der Lehrkräfte bestehen, aufgrund von Tariferhöhungen weiter ansteigen – was die Erhöhung der Beiträge und der Verbandsumlage erforderlich macht.

In Gefahr ist aus Sicht von Geschäftsleiter Michael Dröse künftig die Durchführung der regionalen Ausscheidung des Wettbewerbs „Jugend musiziert“. Der Regionalwettbewerb mit mehr als 200 Teilnehmern wird am 23. und 24. Januar 2015 noch wie gewohnt von der Musikschule Würzburg ausgerichtet.

Zusätzlicher Arbeitsaufwand

Er könne nicht garantieren, dass dieser zusätzliche Arbeitsaufwand auch in Zukunft noch geleistet werden könne, betonte Dröse: Er wünscht sich eine neue Rechtsform, zum Beispiel als eingetragener Verein, um die professionelle Fortführung von „Jugend musiziert“ zu sichern. „Wir müssen eine Lösung finden und die Aufgabe auf mehrere Schultern verteilen“, meinte auch Eberhard Nuß. Mit ins Boot sollen nach ersten Überlegungen der Bezirk, die Musikhochschule und der Tonkünstlerverband Würzburg.

Rückblick

  1. Wenn Schilfrohr Musik macht: Faszination Oboe
  2. Sing- und Musikschule: großes musikalisches Familienfest
  3. Podium für Musiktalente
  4. Ich wollte schon immer Saxophon spielen
  5. „Musik macht nicht schlau, Musik macht besser“
  6. Zunehmend Erwachsene als Musikschüler
  7. 7 Tipps, um Kinder beim Üben zu unterstützen
  8. Die besten Ergebnisse in der Königsdisziplin
  9. Darf man Musik aus dem Internet speichern?
  10. Kinder und Musik: Bassgeige mit Wumm
  11. Besondere Ehre für die Blechbläser
  12. Die gute Tat: Neue Musikinstrumente für Sing- und Musikschule Steigerwald
  13. „Das ist Kunst und Kultur“
  14. Töne, Talente, Temperamente
  15. Abwechslung mit Pop und Klassik
  16. Musizieren – ein Gewinn fürs Leben
  17. Die Jüngsten standen auf der Bühne
  18. Die Klaviatur des Erfolgs: 35 Jahre Sing- und Musikschule
  19. Musikalische Bildung stärkt die Persönlichkeit
  20. 30 Jahre Zupfkultur in Gerolzhofen
  21. Kein Fest ohne Dudelsack
  22. Ein halbes Jahr üben für einen einzigen Ton!
  23. Von wegen Quetschkommode!
  24. Als das Sax sexy wurde
  25. Sing- und Musikschule will ans Hubland
  26. Welches Instrument ist das Richtige für mein Kind?
  27. Musikmäuse: Zwei- und Dreijährige an die Musik heranführen
  28. Musikgarten: Von klein an den Rhythmus im Blut
  29. Eine Woche im Zeichen der Musik
  30. Handgemachte Gitarren: 130 Stunden für den großen Moment
  31. Kreativ sein im Band-Camp
  32. Geigenbauer bauen für die Jahrhunderte
  33. Melissa Muther: Vom Kinderlied zum Jazzgesang
  34. Musik ist Teil ganzheitlicher Bildung
  35. Zehn Jahre "Backline Music School"
  36. Musiktherapie hilft verhaltensgestörten Kindern
  37. Kinder und Musik

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Patrick Wötzel
  • Eberhard Nuß
  • Hubland
  • Kind und Musik
  • Marion Schäfer
  • Muchtar Al Ghusain
  • Musikschulen
  • Musizieren
  • Schwimmbäder
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!