NEW YORK

60. Geburtstag: Wie Gloria Gaynor zur Disco-Queen und Schwulen-Ikone wurde

„Ich habe mein Alter noch nie gespürt“: Gloria Gaynor. Foto: FOTO dpa

(dpa) Gloria Gaynor ist der Inbegriff der Disco-Queen. Ihr Hit „Never can say goodbye“ – ein Jackson-Five-Coversong – war die allererste Nummer eins in den damals neu geschaffenen Dance-Music-Charts von Billboard. „I will survive“ (Ich werde überleben) wurde zur Hymne von Frauen, die es wagten, sich von ihren Männern zu trennen. Und „I am what I am“ (Ich bin, was ich bin) machte sie zur Schwulen-Ikone. Derzeit ist die bibeltreue Christin, die heute, Montag, 7. September, 60 wird, auf Tournee.

Als Tochter eines Vaudeville-Komödianten im schwarzen Newark (New Jersey) unweit von New York geboren, trainierte Gaynor ihre Stimme an den Platten von Dinah Washington, Sarah Vaughn und Nat King Cole. Zunächst wollte sie Buchhalterin werden. Sie trat in Clubs auf, anfangs mit der Band Soul Satisfiers, dann solo. Ihre erste Single, „Honey Bee“, erschien 1973, ging jedoch an den Pop-Charts vorbei. Die zweite, „Never can say goodbye“, verhalf ihr Ende 1974 zum Durchbruch und wurde das Titelstück einer epochemachenden LP. Fortan – bis 1986 – war Gaynor jedes Jahr mit einem neuen Album auf dem Markt.

„I will survive“ stürmte 1978 die englischen und die US-Charts und fand 14 Millionen Abnehmer in aller Welt. Die „Überlebenshymne“ wurde als „größter Dance-Hit der Ära“ gefeiert, in mehr als 20 Sprachen gesungen und mit dem Grammy für die beste Disco-Platte belohnt. In Japan setzte sich „I will survive“ an die Spitze der Karaoke-Hits. Doch auf den Höhenflug folgte der Sturz: Gaynor fiel von einer Bühne und zog sich eine Rückgratverletzung zu. Monatelang musste sie das Krankenbett hüten. Kaum genesen, startete sie eine 75-Länder-Tour, sang in den teuersten Clubs und griff auch mal zu Cocktails, Joints und Koks.

Als der Reiz der Disco-Musik nachließ, blieben die Auftritte aus. Nur die Sucht wich nicht. Auf der Suche nach Hilfe kehrte sie zur Baptistenkirche ihrer Kindheit zurück. Der Glaube saß so tief, dass Gaynor den Text von „I will survive“ religiös einfärbte. Doch längst nicht alle Fans fanden das cool. Nach einer Pause von mehr als 15 Jahren kam Gaynor 2001 mit einem neuen Album raus: „I Wish You Love“. Zwei der Songs erklommen die Spitze der US-Dance-Charts. 2005 wurde sie in die Dance Music Hall of Fame aufgenommen.

Nervt der Gedanke ans Alter? „Ich scher mich wenig darum“, sagt die immer noch blendend aussehende Sängerin. Im Gegenteil: „Ich fühle mich großartig. Ich habe mein Alter noch nie gespürt.“ Gaynor sprüht förmlich vor Energie. Von Ruhestand ist keine Rede. Zwar wird sie wohl weniger auf Tour gehen, aber nur, um eine andere Herausforderung anzunehmen. Sie hat neben dem Showbusiness ein Hochschuldiplom erworben und plant, Eltern von Teenagern Ratschläge zu erteilen.

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