ROM

85. Geburtstag: Das Lied vom Tod macht Ennio Morricone unsterblich

Morricones berühmteste Melodie: Mundharmonika-Töne, die Charles Bronson in Sergio Leones Kultwestern „Spiel mir das Lied vom Tod“ (1969) zum Besten gibt. Foto: Cinetext, dpa

Sein Name ist untrennbar mit dem Italo-Western verbunden: Ennio Morricone, italienischer Filmkomponist und Dirigent, der in seiner jahrzehntelangen Karriere für Hunderte Filme die Musik geschrieben hat und mit zahlreichen Preisen geehrt wurde. Viele seiner Soundtracks sind Ohrwürmer und weltweit bekannt – allen voran natürlich die Mundharmonika-Melodie aus dem Western-Klassiker „Spiel mir das Lied vom Tod“ aus dem Jahr 1969. Sie machte ihn unsterblich.

Auch mehr als 40 Jahre danach hat der gebürtige Römer noch nicht genug von der Musik: Kurz vor seinem 85. Geburtstag an diesem Sonntag, 10. November, gibt er mit Orchestern nach wie vor Konzerte rund um den Globus. Millionen Menschen kennen die Melodien Morricones, bringen sie oft aber nicht sofort mit seinem Namen in Verbindung. Der introvertierte Italiener bleibt im Hintergrund, macht sich nichts aus Ruhm, Glamour und Hollywood, komponierte lange Zeit unter zwei Pseudonymen. Obwohl der noch immer viel beschäftigte Italiener vor allem für seine Filmmusik bekannt ist und die Geschichte des Genres entscheidend mitprägte, arbeitet er auch erfolgreich als Musiker und Dirigent.

Geboren ist Morricone im Römer Stadtteil Trastevere, aufgewachsen in einer musikbegeisterten Familie mit vier Geschwistern. Sein Vater war Trompeter, auch Morricone interessierte sich schon als Kind für die Musik, begann im Alter von sechs Jahren zu komponieren. 1938 schrieben ihn seine Eltern am Konservatorium in Rom ein, wo er Diplome in Komposition und Trompete erwarb und danach zunächst in Orchestern spielte. Als Filmkomponist versuchte er sich schon Ende der 1950er Jahre, sein großer Durchbruch gelang ihm aber erst, als er seinen Schulfreund Sergio Leone wiedertraf. In den 60er Jahren schrieb Morricone die Musik zu den Italo-Western des italienischen Regisseurs, die ihn zunächst zum Star der Filmmusik-Szene seines Landes und später weltberühmt machten. Wohl auch deshalb bringen viele seinen Namen vor allem mit diesem Genre in Verbindung, auch wenn es nur einen Bruchteil seines Werks ausmacht: Für etwa 30 Italo-Western schrieb Morricone die Musik, darunter für die Klassiker „Für eine Handvoll Dollar“, „Zwei glorreiche Halunken“ und „Für ein paar Dollar mehr“.

Dennoch ist das eine verschwindend geringe Zahl im Vergleich zu den mehr als 500 Soundtracks, die insgesamt aus seiner Feder stammen. Im Laufe seiner Karriere arbeitete der Römer mit Regisseuren wie Roman Polanski, Oliver Stone und Margarethe von Trotta zusammen. Auch klassische Musik und Fernsehmelodien hat er komponiert.2007 erlebte Morricone mit dem Oscar fürs Lebenswerk die Krönung seiner Karriere, nachdem er die Hoffnung auf die Trophäe fast schon aufgegeben hatte. Fünfmal war der Italiener nominiert – jedes Mal ging er leer aus. Der Oscar bedeutete jedoch nur das i-Tüpfelchen auf Morricones umfassende Sammlung von Auszeichnungen: Mehrere Golden Globes erhielt er, auch einen Grammy – für die Musik von „The Untouchables“ – und vor kurzem den Europäischen Filmpreis.

Morricone ist seit 1956 mit Maria Travia verheiratet, gemeinsam hat das Paar drei Söhne und eine Tochter. Einer der Söhne arbeitet ebenfalls als Komponist. Morricone lebt und arbeitet zurückgezogen in seiner Heimatstadt Rom, Medientrubel und Skandale sind ihm fremd.

Krönung: 2007 erhielt Morricone einen Oscar für sein Lebenswerk.

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