Bad Kissingen

Ächzende Fagotte und tirilierende Flöten bei Mendelssohn

Volles Haus:Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin mit Emanuel Ax unter der temperamentvollen Leitung von Kent Nagano beim Kissinger Sommer.
Emanuel Ax, hier vor einem Auftritt in Shanghai.
Emanuel Ax, hier vor einem Auftritt in Shanghai. Foto: Matthias Creutziger, dpa

Mit Franz Schuberts Ouvertüre im italienischen Stil D 591 beginnt ein stimmig konzipierter Abend im vollbesetzten Max-Littmann-Saal, für den ob des großen Zuhörerinteresses Zusatzbestuhlung und Öffnung zum Grünen Saal notwendig ist. Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin unter der temperamentvollen Leitung von Kent Nagano hat neben Schubert Mozart und Mendelssohn im Gepäck. Offen und freundlich lauscht Emanuel Ax am Flügel den ersten, marschähnlichen Tönen von Mozarts G-Dur-Klavierkonzert.

Der Solist strahlt eine wohltuende Ruhe aus, während er sich leichtfingrig, mit auf die Tasten gesenktem Kopf zunächst leise einklinkt und anschließend den stets wechselnden Harmonien seiner Partie großen Reichtum an Klangfarben mitgibt. Transparent und filigran klingt sein Spiel, im zweiten Satz dann emotionsgeladen. So muss Mozart klingen, leicht und doch so tiefgründig. Chopin als Zugabe.

Mit Esprit und Anmut dann Mendelssohns Italienische Symphonie. Nagano fordert sein Orchester mit großer Geste und gibt ihm Orchester Gelegenheit, einmal mehr sein Können zu präsentieren: Elegisch-romantische Streicher neben einer fesselnd aufspielenden Bläserformation mit ächzenden Fagotten, tirilierenden Flöten und wundersam weichen, aber selbstbewussten Hörnern. Stürmisch wird es im Presto, das zunächst leise dahinschwebt und sich dann in mitreißendem Trubel verströmt. Jubelnder Applaus und Schubert als Zugabe.

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