Schweinfurt

Bundesjugendballett begeistert mit Power und Lebensfreude

Szene aus dem Abend mit dem Bundesjugendballett in Schweinfurt.
Szene aus dem Abend mit dem Bundesjugendballett in Schweinfurt. Foto: Silvanoballone

Aus dem Dunkel kämpft sich ein Mädchen ans Licht, tastend, suchend, unsicher. Wo ist das Leben? Schwarz gekleidete Gestalten beachten sie nicht, sie bleibt weiter auf der Suche. In "Muted" hat der junge Choreograf Sasha Riva zur melancholisch-monotonen Musik des lettischen Zeitgenossen Peteris Vasks eine düstere Studie über menschliche Beziehungen und ihr Scheitern entworfen. So entwickelt sich eine Begegnung der "Heldin" mit einem Mann zu einem quälenden Pas de deux: Er behandelt sie mit roher Dominanz, ihr Mund ist zu stummen Schreien aufgerissen, sie klammert sich trotzdem immer wieder an ihn. Als sie am Boden liegt, hat er sie schon verlassen.

Wiedersehen mit dem Bundesjugendballett aus Hamburg, das sich bereits vor zwei Jahren zusammen mit "Dance Works Chicago" im Schweinfurter Theater vorstellte. In dieser Woche präsentieren die acht Tänzerinnen und Tänzer, begleitet von neun Musikerinnen und Musikern am Bühnenrand, ihr thematisch breit gefächertes aktuelles Programm. Schon in der Premiere überzeugten sie mit tänzerischer Kraft, Gestaltungswillen und vorwärts drängender Energie. Nach dem Finale schickte das Publikum eine Woge der Begeisterung hinauf zu den strahlenden jungen Akteuren.

Melancholisch-skurrile Situationen

Die Tänzer zwischen 18 und 23 Jahren bilden gemeinsam für maximal zwei Jahre das Bundesjugendballett. Sie haben ihre klassisch-akademische Ausbildung abgeschlossen, ergänzt durch Unterricht in moderner Tanztechnik. Man spürt ihre Motivation und ihren Enthusiasmus, weiter zu wachsen, aber auch das Publikum für ihre Kunstform zu begeistern. Diese Ziele verfolgen auch die jungen Musikerinnen und Musiker, die vom Bundesjugendorchester und von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg kommen.

Weiter mit Auszügen der John Neumeier Choreografie "In the blue Garden" mit der Musik von Maurice Ravels "Ma Mère l'Oye". Ein Blinder, ein Mädchen und ein Fremder in Schwarz treffen aufeinander, melancholisch-skurrile Situationen entstehen. Antonio Vivaldi aber zwingt den Choreografen Edwaard Liang in "Finding Light" zum Entwurf eines klassischen Pas de deux voller Schönheit, Ästhetik, Harmonie und tänzerischem Ausdruck. Natsuka Abe und Emiliano Torres freuen sich über den großen Applaus.

Ein wildes Fest

Igor Strawinsky schrieb 1937 das Konzert für Kammerorchester "Dumbarton Oaks". Eine reizvolle Vorlage für eine eigene Choreografie des Bundesjugendballetts: Ein wildes Fest in Röcken voller Fantasie, Komik, Lebensfreude zeigt die Power und Tanzkunst der Company. In dieser beschwingten Stimmung geht es mit "BJB Songbook - What we call growing up" weiter, einem schillernden mitreißenden Kaleidoskop jungen Lebens mit bekannten Pop- und Folksongs.

"Hide and seek" ist ein unbeschwerter verspielter Pas de deux für zwei Tänzer, in "Just like a Woman" zeigen Madeleine Skippen und Marcelo Ferreira ihr außergewöhnliches Talent. Von Ernüchterung und Abschied erzählen "The last Time" und "Good bye, my Friend". Als Finale und Plädoyer für die Menschlichkeit Tracy Chapmans "Talkin' about a Revolution".

Weitere Vorstellungen an diesem Freitag und am Samstag. Karten 09721 / 51-4955

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