CD-Tipps: Westcoast aus Wales

CD-Tipps: Westcoast aus Wales

CD-Tipps

Judith Owen: Somebody?s Child (Twanky Records/Rough Trade)

Die Frau hat Geschmack: Mit Waddy Wachtel (g), Leland Sklar (b) und Russ Kunkel (dr), die bereits Jackson Browne, Carole King oder Laura Nyro begleitet haben und auch schon am Vorgängeralbum von „Somebody's Child“ sowie der Tournee beteiligt waren, dem Perkussionisten Pedro Segundo sowie der Cellistin Gabriella Swallow hat die in den USA lebende Waliserin mal wieder ein Team um sich geschart, wie es exquisiter kaum sein könnte. Am Stil – die Oldschool-Westküsten-Klangwelt im Geiste von Joni Mitchell, Carole King oder James Taylor – hat sich ebenso wenig geändert wie an Owens Gabe, feinfühlige Songs zu schreiben.

Spooky Tooth: Nomad Poets (1CD + 1DVD, Esoteric Antenna/Cherry Red)

Das Material wurde 2004 während der Reunion-Tournee von Spooky Tooth mitgeschnitten – und schon einmal veröffentlicht. Wirklich neu neben der digitalen Optimierung ist die DVD mit Liveaufnahmen der Songs „Love is alive“ und „Are you weepin?“ von Gary Wright aus dem Jahr 1976, einem Interview mit Wright und einer Foto-Slide-Show. Was die Gruppe, die zwischen 1968 und 1974 ein paar heute noch bemerkenswerte Alben (allen voran „Spooky Two“) herausbrachte, bei ihrer Wiedervereinigung vor zwölf Jahren zustande brachte, kann sich hören lassen.

Von den Originalmitgliedern gingen damals neben Wright (key, voc) auch Mike Kellie (dr) und Mike Harrison (key, voc) auf Tour. Die Songauswahl umfasst fast ausschließlich Klassiker wie „Sunshine help me“, „Waiting for the Wind“ oder „Evil Woman“, das Beatles-Cover „I am the Walrus“ allerdings fehlt.

Billy Ocean: Here You Are: The Best Of (2 CDs, Sony)

Die Retrospektive vereint 31 Songs, darunter sämtliche Hits aus den 1980er Jahren, von „When the going gets tough, the Tough get going“ über „Caribbean Queen“ bis zu „Get out of my Dreams, get into my Car“. Weitaus interessanter ist die zweite CD, denn deren Inhalt gibt's nicht an jeder Straßenecke. Billy Ocean wählte dafür ausschließlich Coverversionen aus, darunter Allzeit-Klassiker wie „A Change is gonna come“, „No Woman no Cry“, „These foolish Things“, „Cry me a River“ und „It was a very good Year“.

John Illsley: Long Shadows (Blue Barge Records/Cargo)

Komischerweise kommt der Dire-Straits-Bassist auf seinem fünften Studioalbum näher an den Sound seiner alten Gruppe ran, als es Mark Knopfler seit Jahr und Tag zu tun gewillt ist. Ziemlich altbacken und bieder hört sich das Material trotzdem an, auch wenn John Illsley gelegentlich Gespür für eine charmante Melodie beweist.

Gunter Gabriel: Ich bin Gunter Gabriel. 30 Tonnen Hits – Das Allerbeste (2 CDs, Sony)

Nicht nur mit seiner Teilnahme an der RTL-Dschungelshow mehrte Gabriel seinen Ruf, sich für keinen Schwachsinn zu schade zu sein. Was viele ob seines vorsichtig formuliert: sehr bunten, an Abstürzen reichen Lebens vergessen: Gabriel hat als eine Art deutscher Johnny Cash richtig gute Musik gemacht, nichts für Feingeister, klar, aber geeignet auch für Menschen, die nicht gerade hinter dem Steuer eines 30-Tonners sitzen. Die Doppel-CD vereint 39 Songs aus den Jahren von 1973 bis 1982, darunter Klassiker wie „Er ist ein Kerl“, „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“ „Komm unter meine Decke“ oder „Er ist ein Kerl (er fährt ‘nen 30-Tonner Diesel“) und Coverversionen von US-Hits wie „Me and Bobby McGee“ („Freiheit ist ein Abenteuer“) oder „The Cover Of The Rolling Stone“ („Wär? ich doch nur ein Rolling Stone“).

Mike Oldfield: The Killing Fields (Universal)

Der 1984 erschienene Soundtrack zu Roland Joffés Film „The Killing Fields“ wurde digital optimiert, die Wiederveröffentlichung um die Singles „Evacuation“ und „Etude“ als Bonus angereichert. Auch Unterstützung aus Deutschland hatte Mike Oldfield sich damals geholt: Unter der Leitung von Eberhard Schoener spielte das Bayerische Staatsorchester, es sang der Tölzer Knabenchor. Der britische Kinofilm (deutscher Titel: „Schreiendes Land“) wurde mit drei Oscars ausgezeichnet. Er basiert auf der wahren Geschichte der Freundschaft eines Kambodschaners mit einem US-amerikanischen Journalisten während der Terrorherrschaft der Roten Khmer in Kambodscha.

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