Würzburg

Chambinzky: Heftige Turbulenzen am Heiligen Abend

In der Komödie "Süßer die Glocken" geht's an Heiligabend nicht wirklich friedlich zu. Foto: Dietmar Modes

 „Weihnachten ist ein Tag wie jeder andere, nur schlimmer!“ Diese bittere Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch Stefan Vögels heiter-besinnliche Komödie „Süßer die Glocken“, die bei der Premiere im Würzburger Theater Chambinzky für reichliche Lacher sorgt und mit einem kräftigen Schlussapplaus gefeiert wird.

Der Theaterspaß des österreichischen Erfolgsautors ist vollgepackt mit familiären Turbulenzen, die den Lamettaglanz des Heiligen Abends verblassen lassen. Mit witzigen Dialogen, impulsiven Reaktionen und überraschenden Enthüllungen wird den Zuschauern ein durchweg heiterer Abend bereitet. Gwendolyn von Ambesser lässt in ihrer forschen Inszenierung neben dem zündenden Humor genügend Raum für ruhige, durchaus berührende Sequenzen. Die Schauspieler sind in diesem Spannungsfeld stark gefordert und von der erfahrenen Regisseurin ausgezeichnet geführt.

Im alpenländischen Wohnzimmer, geschmückt mit den Trophäen waidmännischer Schussfreude (Bühnenbild: Niklas Mark und Sebastian Fischer), qualmt Weihnachtsmuffel Opa Jakob die Bude voll und vernebelt jegliche Vorfreude auf das Fest, zu dem massiver Familienbesuch droht. Oskar Vogel geht in der Rolle des spöttischen Miesepeters und knurrigen Sturkopfs auf, paart trockenen Humor mit ironischer Schärfe. Sein stufenweiser Absturz von seinem autoritären Sockel berührt. Ganz große Nummer!

Knallharte Abrechnung

Dieses Lob teilt er sich mit Ida, seiner Angetrauten: Brigitte Miebach-Schrader vermittelt ihre naive, nervige Weihnachtsfreude mit gleich überzeugender Intensität wie sie eheliche Spannungen umschmeichelt und unangenehme Wahrheiten klein redet. Als sie diese Fassade durchbricht, rechnet sie furios und knallhart ab. Schwiegersohn Herbert (Volker Baumann) wandelt sich vom cholerischen Polterer zum zärtlichen Opa in spe. Petra Fröhlen als seine Ehefrau Edith gibt den ausgleichenden Part mit viel Emotion.

Frisch verliebt schwebt deren Tochter Christine (Lara Herberich) durch den Raum, kollidiert mit ihrem pampigen Vater und gibt resolut Kontra. Joscha Obrusnik treibt als nörgelnder Heranwachsender seine Scherze und Norbert Straub gefällt als trinkfreudiger, begriffsstutziger und weinerlicher Onkel Eugen bestens. Der burschikosen Trudi (Monika Schiefer) raubt eine schmerzhafte Erfahrung nicht die Worte: Die Abrechnung mit ihrem Vater sitzt! In die Tristesse des Familienkrachs platzt Luis-Fernando Peralta als sizilianischer Wirbelwind Andrea voll Esprit und guter Laune. Zwei Stunden vorweihnachtlichen Vergnügens laden ein!

Vorverkauf: (0931) 5 12 12

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