Der Andachtsbildchen-Kult

Zwischen Kunst und Kitsch: Andachtsbildchen sind eine Art Schleichweg zu Glaubensinhalten. Die jahrhundertealte Tradition wurzelt in der Kunstgeschichte. Vorbilder waren auch junge Romantiker.
Grünewald-Kopie als Andachtsbildchen.
Je dicker das „Gotteslob“, desto mehr wurde man beneidet. Jedenfalls war das unter uns Kindern so. Nun hatten wir zwar alle dieselbe Ausgabe des katholischen Gebets- und Gesangsbuchs mit der jeweils gleichen Seitenzahl. Aber wir verdickten die schwarz gebundenen Büchlein mit Andachtsbildchen. Die nahmen wir mit, wo wir sie kriegen konnten. Manchmal lagen sie stapelweise am Rande der Kirchenbänke. Wir steckten (mindestens) eins ein. Wenn es das Sterbebildchen eines uns gänzlich unbekannten Menschen war – egal. Bisweilen verteilte auch die Religionslehrerin die begehrten Objekte, auf denen ...
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