WÜRZBURG

Der Diktator und die Fundamentalistin: „Antigone“ am MFT

Ramin Anarakis Inszenierung der „Antigone“ für das Mainfranken Theater (MFT) ist Theater pur. Sie ist politisch relevant, vor allem aber ist sie ganz nah an den Individuen.
Familie schützt nicht vor Vernichtung: Kreon und seine Großnichten Ismene und Antigone (vorne von links Georg Zeies, Miriam Morgenstern und Helene Blechinger). Foto: Foto: Thomas Obermeier
Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt. Das ist nicht von Sophokles, der ja gleichsam am Beginn der Geschichte steht, zumindest aus heutiger Sicht. Das ist von Mahatma Gandhi, aber es passt mit beängstigender Präzision auf die 2500 Jahre alte Sophokles-Tragödie „Antigone“ – und das ganz ausdrücklich aus heutiger Sicht. Es hat deshalb etwas Befreiendes, dass die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten schon im Programmheft erwähnt wird, als eines von vielen Indizien für den krisenhaften Zustand des Systems Demokratie – der Zuschauer kann diesen ...
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