Der Zapper-Philipp: Lesen kann tödlich sein

Der Zapper-Philipp: Fernsehen macht aggressiv

Beim Lesen guter Bücher wächst die Seele empor.“ Das hat Voltaire geschrieben, ein scharfsinniger Denker und Literat. Der Spruch hat mir dermaßen Angst gemacht, dass ich verunsichert Marcel Prousts „Unterwegs zu Swann“ musterte, das aufgeschlagen auf dem Tischchen neben dem Sessel lag. Bedrohlich schienen mich die Bände von Goethe, Schiller, Mann, und Joyce von ihren Bücherregalen herab zu mustern. „Was“, so dachte ich, „wird passieren, wenn ich den Proust weiterlese? Wird meine Seele wachsen, weiter und immer weiter, bis sie so groß ist, dass sie meinen Körper sprengt? Werde ich platzen?“ Der Herr Voltaire ist ja auch schon tot – womöglich hat er zu viele gute Bücher gelesen . . .

Und ich schwor mir: Nie, niemals mehr werde ich ein gutes Buch in die Hand nehmen. Ich werde nur noch Rosamunde Pilcher lesen. Und die Biografie von Dieter Bohlen.

Kaum dachte ich „Bohlen“, traf mich ein Geistesblitz – erstaunlich! – und ich wusste, wie ich gute Bücher lesen kann, ohne von meiner wachsenden Seele gesprengt zu werden: Ich muss ja nur Fernsehen gucken. Da schrumpft die Seele. Das gleicht jedes gute Buch locker aus. Jetzt gucke ich nur noch Pilcher und Bohlen.

Ein geschrumpftes Zapperlott!

Schlagworte

  • Dieter Bohlen
  • Johann Wolfgang von Goethe
  • Marcel Proust
  • Rosamunde Pilcher
  • Voltaire
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!