Der alltägliche Rassismus

„Nickneger“: Die Missionssammeldosen des Würzburger Diözesanarchivs zeigen, wie sich der einst diskriminierende Blick auf Afrika verändert hat. Vielleicht wird die Welt ja doch besser.

Die Münze klappert in den Schlitz. Eine nicht sichtbare Mechanik setzt klackend sich in Gang. Der Kopf der Figur bewegt sich. Vor und zurück. Barfuß, kraushaarig und mit seinem zu großen Hemd bedient der schwarze Junge Klischees vom unterentwickelten „Neger“. Er und seine Kollegen bevölkerten zu Tausenden Kirchen, Kindergärten und Schulen. Sie sammelten Geld für die Mission. Und sie degradierten den Schwarzen zum Bettler, der dem überlegenen weißen Mann, der einen winzigen Bruchteil seines Reichtums opferte, dankbar zunickte.
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