Moskau (dpa)

Deutsches Grand-Prix-Duo verspricht sexy Show

Deutschlands Stimme beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) am 16. Mai in Moskau ist der US-Amerikaner Oscar Loya (29), der mit dem Titel «Miss Kiss Kiss Bang» eine sexy Show verspricht.
Alex Swings Oscar Sings       -  Oscar Loya (r) und Alex Christensen gehen zuversichtlich in den  Eurovision Song Contest.
Oscar Loya (r) und Alex Christensen gehen zuversichtlich in den Eurovision Song Contest.

Das deutsche Lied soll im Herzen der Menschen landen, sagte der Musicalsänger der Deutschen Presse-Agentur dpa in Moskau. Er tritt zusammen mit dem Musikproduzenten Alex Christensen als Duo Alex Swings Oscar Sings auf.

Wie ist es, als Amerikaner in Russland für Deutschland anzutreten?

Loya: «Ich bin stolz, als Europäer in Moskau dabei zu sein. Es ist ja nicht so, dass mich jemand aus den USA als Gag geholt hat. Ich fühle mich wohl in Europa und wohne in Deutschland. Hier in Moskau zu sein, ist ein wenig, wie an einer Olympiade teilzunehmen.»

Hand aufs Herz: Welche Chancen geben Sie sich selbst?

Loya: «Ich finde, dass wir ganz gute Chancen haben. Das Lied ist ein Ohrwurm. Andere Teilnehmer kommen zu mir, lachen und singen "Miss Kiss Kiss Bang". Die lieben unser Lied. Wir liefern eine coole Show zum Hinschauen und Mitrocken. Eigentlich kann nichts schiefgehen.»

Im Finale gehen 25 Beiträge ins Rennen - wie stark ist die Konkurrenz für Alex Swings Oscar Sings?

Loya: «Im Vergleich zum vorigen Jahr finde ich die Bewerber stärker. Das macht es spannender. Ich liebe Soraya aus Spanien. Auch die Ukraine mit Swetlana Loboda ist supercool, und Dänemark.»

Wie die Ukraine zeigt der deutsche Beitrag auch nackte Haut. Wie wichtig ist Erotik bei der Show?

Loya: «Wir haben eine sehr sexy Show. Aber letztlich geht es nicht darum, wie viel Sex dabei ist, sondern, ob dein Lied im Herzen der Leute landet. Aber natürlich macht es Spaß, den Leuten etwas zum Hinschauen zu geben. Es ist wichtig, aber nicht entscheidend.»

Nach vielen Rollenspielen in Musical-Auftritten: Kommt jetzt erstmals der richtige Oscar Loya auf die Bühne?

Loya: «Ja, das bin diesmal ich. Ich bin auch wie Oscar Loya gekleidet. Die Show ist die perfekte Mischung: sie hat Glamour und Spaß. Ich habe erstmals das Gefühl, alles ausdrücken zu können, was in mir steckt. Ich fühle mich nach den Proben der vergangenen Tage viel selbstbewusster.»

Ist es ein Nachteil, dass «Miss Kiss Kiss Bang» von einem relativ kleinen Kreis von Fachleuten ausgesucht wurde und nicht in einer Telefonabstimmung?

Loya: «Im Prinzip schon. Ich freue mich natürlich, dass wir gewählt wurden, es gab immerhin mehr als 100 Konkurrenten. Aber ich finde es schade, dass der Song nicht durch ein Zuhörervotum wachsen konnte. Als wir plötzlich als Teilnehmer feststanden, wusste niemand, wer wir sind. Andererseits: Die No Angels kannte im vergangenen Jahr jeder, und über den Song entschieden Anrufer - und dann wurde Deutschland Letzter.»

Am Samstag wollen in Moskau Schwule und Lesben im Vorfeld des Grand Prix für ihre Rechte demonstrieren. Immer wieder sind solche Veranstaltungen in Russland blutig beendet worden. Sie leben selbst seit fünf Jahren mit Ihrem Freund zusammen - ist so etwas ein Thema für Sie?

Loya: «Natürlich. Ich finde schade, wie es hier läuft. Aber ich bin wegen der Musik in Moskau und habe nicht genug Energie, um mich in den nächsten Tagen ausführlich mit der Thematik zu beschäftigen. Schwule und Lesben sollten um ihre Rechte kämpfen, das finde ich sehr wichtig. Ich hätte auch keine Probleme damit, auf einer solchen Veranstaltung zu sprechen. Im Gegenteil, eine Einladung würde mich freuen. Auch wenn es jetzt in Moskau wegen der Musik nicht klappt. Aber ich wünsche der Veranstaltung am Samstag von Herzen Erfolg.»

Interview: Ulf Mauder und Wolfgang Jung, dpa

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