KLINGENBERG

Die kleine Hexe tut Gutes

Der Kinderbuchklassiker „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler verzaubert Kinder und Erwachsene bei den Clingenburg Festspielen in Klingenberg (Lkr. Miltenberg). Mit ihren 127 Jahren darf die kleine Hexe, überzeugend gespielt von Alexandra Kurzeja, noch nicht an der Walpurgisnacht teilnehmen, was sie aber heimlich tut und dabei entdeckt wird. Nun soll sie ein Jahr lang beweisen, dass sie eine „gute“ Hexe ist. In Rückblenden dürfen die Zuschauer ihr dabei zusehen.

Frech ist sie, die kleine Hexe, mit ihrem feuerroten Haar. Mit schwarzer Lederjacke und buten Röcken bekleidet, sitzt sie vor ihrem Häuschen im Schaukelstuhl und versucht, Regen zu hexen. Es will nicht klappen. Statt Regen fallen Wäscheklammern und Mäuse vom Himmeln. Angespornt durch den Raben Abraxas (Susanne Anders), lernt die kleine Hexe ihr ganzes Hexenbuch auswendig. Susanne Anders als Rabe ist genial: Nicht nur, dass sie den Kopf wie ein echter Vogel bewegt, auch ihr Krähen ist überzeugend.

In 70 Minuten Spielzeit tut die kleine Hexe allerlei Gutes: Sie erteilt dem Revierförster (Franz Garlik) eine Lektion, bewahrt ein Blumenmädchen vor dem Hunger, befreit den Maronimann von seinem Schnupfen und rettet dem Ochsen Korbinian das Leben. Sie will keine Superheldin sein, sondern den Menschen Gutes tun und Freude bereiten. Der Humor von Otfried Preußler, der das Stück 1957 geschrieben hat, ist so liebevoll und lustig, dass die Kinder auch heute noch Tränen lachen.

Immer wieder versucht die böse Wetterhexe Rumpumpel (Jonathan Aikins), der kleinen Hexe das Leben schwer zu machen. Doch selbst diese Gegenspielerin („Die hat einen Hexenschuss“) kommt so tollpatschig und liebevoll daher, dass man nur über sie lachen kann.

Krämerladen und Schützenfest

Die Kulisse der Burgruine passt wunderbar zu den einzelnen Szenen des Stücks, ob Wochenmarkt, Krämerladen oder Schützenfest. Höhepunkt ist die Walpurgisnacht, wenn fast das gesamte Ensemble als Hexen verkleidet auf der Bühne tanzt.

Was macht überhaupt eine gute Hexe aus? Die kleine Hexe glaubt, sie müsse Gutes tun, um eine gute Hexe zu sein. Doch die echten Hexen verabscheuen das Gute. Jetzt zeigt die kleine Hexe noch einmal, dass sie das Herz am rechten Fleck hat, und sorgt für eine überraschende Wende. Regisseur Karsten Engelhardt hat das Stück so inszeniert, dass es auch heute noch Kinder und Eltern begeistert. Die Botschaft ist die gleiche wie im Buch: Sei du selbst und glaube an dich.

„Die kleine Hexe“ wird bis zum 2. August noch 22-mal gespielt. Karten: Tel. (0 93 72) 30 40 oder 92 12 59

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