WÜRZBURG

Django Asül und die Kräfte

Am Ende bleiben zwei Fragen. Erstens: Sind die zwei Weißbier echt, die er während der Vorstellung auf der Bühne trinkt? Und zweitens: Wird er bis zum „Rückspiegel 2019“ viel am Text verändern?

Django Asül, der Kabarettist aus dem Niederbayerischen, ist ja ein unkomplizierter Typ und mischt sich in der Pause bei seinen Auftritten schon mal unters Publikum. Und da wird er halt mal gefragt, dies und eben das. Die Was-ist-drin-im-Weizenglas-Frage hört er quasi ständig. Und am Donnerstagabend, im ausverkauften Würzburger Bockshorn, ging's dazu eben um die Haltbarkeit solch eines aktuellen Jahresrückblicksprogramm.

Seit 2011 spielt Django Asül seinen satirischen Jahresrückblick, am Jahresende wird der „Rückspiegel“ immer im Bayerischen Fernsehen ausgestrahlt und ein paar Wochen lang ist er damit in der Republik auf Tour. Wird also im nächsten Jahr im Dezember das was in diesem Dezember lustig ist oder gesagt werden muss, immer noch lustig sein und gesagt werden müssen? 2018 ist das Jahr der Merkeldämmerung, des Dieselskandals, des SPD-Mitgliederentscheids und des „Wolpertingers in der Politik“, also Hubert Aiwanger. „Windenergie ja, Windräder nein“ – den verpflichtenden, aber nicht verbindlichen UN-Migrationspakt hätte er auch vom flexiblen Vizeministerpräsidenten schreiben lassen, meint Django Asül, dann hätte sich jedes Land gleich darin wiedergefunden.

Aber „man muss die Moschee im Dorf lassen“, findet der 46-jährige Zurückblicker. Zumindest, wenn es um die Leistungen der deutschen Fußballnationalmannschaft in diesem Jahr geht. Mancher Spieler, bei dem Jogi Löw das Feuer vermisste, hätte da wohl Fifa mit Shisha verwechselt . . . . „über die sportliche Bilanz müssen wir nicht reden“. Aber natürlich redet der Kabarettist gerne über des deutschen liebstes Ballspiel, und darin ist er richtig gut. Beim Thema Özil und dem berühmten Foto fliegen die Satz-Bälle, landen die Pointen im Netz.

Und „was für Löw die WM, war für Seehofer der Fall Maaßen“. Dass der geschasste, nein hochbeförderte Ex-Verfassungsschutzchef sich über „linksradikale Kräfte in der SPD“ ausließ: „Linksradikal hätte der Seehofer dem Maaßen ja noch durchgehen lassen. Aber Kräfte in der SPD??“

Apropos Kraft. Wenn's nicht um Sport und Politik geht, lässt Django Asüls Rückblick leider ziemlich nach. Als sei Sylvie Meis' Dessous-Show eine Erwähnung . . . egal. Das BR sendet den „Rückspiegel“ am Donnerstag, 27. Dezember, um 20.15 Uhr, leicht gestrafft. Was er auf der Bühne wirklich trinkt, ließ Django Asül auch im Bockshorn unbeantwortet.

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