MÜNCHEN

Georges Ex fühlt sich als Glückskind

Loni von Friedl. Foto: FOTO DPA

(dpa) Schon im zarten Alter von sieben Jahren war sie auf der Kinoleinwand zu sehen. Sie war ein Kinderstar und als junge Frau in den 1960er Jahren auf dem Weg, ein international gefeierter Filmstar zu werden. Doch ihr Herz gehörte immer dem Theater. Morgen, Donnerstag (24. Juli), wird die Schauspielerin Loni von Friedl 65 Jahre alt.

„Mein Zentrum war das Theater. Dorthin kehrte ich immer wieder zurück. Ich wusste, dass ich nur da den Beruf lernen kann“, sagte die Schauspielerin, die heute in München und Schleswig-Holstein lebt. Leontine Friedl von Liebentreu, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, wurde 1943 in Wien geboren. Nach der mittleren Reife machte sie erst eine Tanzausbildung, dann nahm sie Schauspielunterricht. Im Jahr 1958 erhielt sie als jüngstes Ensemble-Mitglied ein festes Engagement am Wiener Burgtheater, dem die temperamentvolle und damals nach eigener Aussage noch sehr ungeduldige Schauspielerin bis 1965 angehörte.

Die meiste Zeit verbrachte sie am Theater, fünf Monate im Jahr nahm sie sich unbezahlten Urlaub, um Filme zu machen. „Diese Konstellation war großartig für mich“, sagt sie. Im Jahr 1960 spielte sie in „Der Schulfreund“ die Tochter von Heinz Rühmann, später wirkte sie in zwei US-amerikanischen Produktionen mit. Der große Durchbruch im internationalen Geschäft blieb aber aus. 1969 ging die Ehe mit ihrem Schauspielkollegen Götz George (siehe Artikel oben) nach nur drei Jahren in die Brüche. Glückwünsche zum Ehrentag werden die beiden nicht austauschen. „Ich habe mit Herrn George keinen Kontakt mehr, und das begrüße ich auch. Abgelegte Schuhe, die nicht mehr tragbar waren, muss man ja auch nicht wieder anziehen“, sagte von Friedl. Die beiden haben eine gemeinsame Tochter. „Als ich aus dieser desaströsen Ehe mit dem George rauskam, bot meine Schauspielkollegin Paula Wessely mir ein neues Zuhause am Theater in Hamburg“, erinnert sie sich. Zusammen mit ihrer heute in Australien lebenden Tochter Tanja, die den Kontakt zu ihr seit inzwischen zehn Jahren eingestellt hat, zog sie von Berlin an die Elbe. 1976 spielte sie die Heilige Johanna in dem gleichnamigen Stück von George Bernard Shaw, wie die Schauspielerin sagte, eine ihrer interessantesten Rollen. „Ich hatte das unglaubliche Glück – deswegen empfinde ich mich auch als Glückskind –, dass ich immer zu den richtigen Zeitpunkten in meinem Leben wesentlichen Menschen wie Paula Wessely begegnet bin, die mir weitergeholfen haben“, sagt sie rückblickend.

Hamburg und das Thalia-Theater waren aber nicht nur beruflich „eine absolute Glückssituation“ für von Friedl. Dort lernte sie auch ihre große Liebe kennen, den Schauspieler Jürgen Schmidt. Das Paar arbeitete oft Seite an Seite, war unter anderem in einer Folge der Schwarzwaldklinik und der Unterhaltungsserie „Waldhaus“ (1987) zu sehen. Schmidt starb 2004 an Leukämie. „Ein entsetzlicher Einschnitt in meinem Leben. Ich brauchte sehr sehr viel Zeit, um das zu verarbeiten und sehr viel Kraft, um das überhaupt zu überleben.“

Im Juni 2007 stand sie als Bette Davis in „Solo für Bette“ erstmals nach sechsjähriger Pause in Hamburg wieder auf der Bühne. Das Zurückfinden in den Beruf sei nach dem Schicksalsschlag die Wiederkehr ins Leben gewesen, sagte von Friedl. „Das ist ein Lebenselixier. Ich kann alles hineinstecken in dieses Theaterstück. Meine Wut, meine Trauer, meinen Schmerz, alles, was ich in meinem Leben erlebt habe.“

Schlagworte

Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!