BERLIN

Halbzeit bei Berlinale: Schwuler Priester in der Provinz

Halbzeit bei der 63. Berlinale, und noch ist kein heißer Bären-Kandidat in Sicht. Der Wettbewerb um die Trophäen der Berliner Filmfestspiele bot bislang viel Mittelmaß – und ziemlich wenig zum Lachen. Draußen auf dem roten Teppich gibt es Glamour-Momente mit Stars wie Julie Delpy, Anne Hathaway, Isabelle Huppert, Isabella Rossellini und Hugh Jackman.

Drinnen auf der Kinoleinwand aber beherrschen ernste Themen, heikle Stoffe die Filme. Die Berlinale macht damit ihrem Ruf als das wohl politischste der großen Festivals mal wieder alle Ehre.

Fünf der 19 Wettbewerbsfilme kommen aus Osteuropa, und sie erzählen schonungslos von Menschen in schwierigsten Lebensumständen, die oft kaum die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zulassen. Da ist der junge Bauer Sascha, der im russischen Film „Ein langes und glückliches Leben“ (Regie Boris Khlebnikow) mit den Behörden in Konflikt gerät, weil er sein gepachtetes Land nicht gegen eine Abfindung an einen Provinz-Karrieristen abgeben will. Am Ende ist Sascha so überfordert und gekränkt, dass er Amok läuft.

Geld- und Machtgier

Im polnischen Beitrag „In the Name of“ (Regie Malgoska Szumowska) hadert ein schwuler Priester in der Provinz mit seinem Schicksal. Eine Roma-Familie aus Bosnien-Herzegowina spielt in „An Episode in the Life of an Iron Picker“ (Regie Danis Tanovic) eine tragische Episode aus ihrem eigenen Leben.

Als kühler Krimi angelegt ist der rumänische Film „Child's Pose“ (Regie Calin Peter Netzer). Über die persönliche Tragödie um einen tödlichen Autounfall reflektiert das Drama die Tragödie einer Gesellschaft, die alle Menschlichkeit an Geld- und Machtgier verkauft. Auf dem Programm steht außerdem der kasachische Beitrag „Harmony Lessons“ (Regie Emir Baigazin) um einen zwangsgestörten Jungen, der mit seinem immer gewalttätiger werdenden, dörflichen Umfeld nicht klarkommt.

Westliche Denkmuster untersucht der Österreicher Ulrich Seidl im Abschluss seiner „Paradies“-Trilogie. In „Paradies: Hoffnung“ folgt er übergewichtigen Jugendlichen in ein Diätcamp und schildert sensibel die erwachende Sexualität und Identitätssuche der Jungen und Mädchen.

Berlinale 2013
Eins der Highlights auf der diesjährigen Berlinale wird «Gold» von Thomas Arslan sein. Foto: Marc Tirl

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