FRANKFURT/M.

Hans Traxler: Der Erfinder von "Birne" wird 80

Traxlers „Birne“. Foto: FOTO 2001 Verlag

(epd) Otto Waalkes nannte ihn mal „Gottvater des Cartoons“. Selbst Helmut Kohl hat ihm etwas zu verdanken: Die „Birne“ von Hans Traxler ist wohl die bekannteste Karikatur des Altkanzlers. Bei soviel Ruhm kann Traxler sich selbst nicht zurückhalten. Er sagte 2006 bei der Verleihung des Göttinger Elchs, des wichtigsten deutschen Satirepreises: „Ich beglückwünsche die Jury zu ihrer Entscheidung. Ich hätte es selbst nicht besser machen können.“ Am Donnerstag (21. Mai) wird Hans Traxler 80 Jahre alt.

Er zeichnet und textet über die Geschehnisse in der Welt, über große Männer und den kleinen Mann, etwa in seinen Zeichnungen zur Evolution. Erst schwebt der leuchtende Globus im schwarzen Universum. Später fressen sich große und kleine Fische gegenseitig. Im letzten Bild lacht Charles Darwin verschmitzt an seinem Schreibtisch. Bei alldem steht: „Der Urknall knallt / der Saurier stirbt / Dann wächst der Wald / das Männchen wirbt / Der Sieger siegt / die Dame fächelt / Die Möve fliegt / Herr Darwin lächelt.“ Traxler, der fast täglich im beheizten Freibad seine Bahnen schwimmt, arbeitet noch immer an sieben Tagen die Woche, täglich rund fünf Stunden.

Am 21. Mai 1929 im böhmischen Herrlich im heutigen Tschechien geboren, kam er nach dem Zweiten Weltkrieg nach Regensburg, verkaufte mit 17 Jahren seine erste Karikatur. 1951 ging er nach Frankfurt, wo er noch heute lebt. Er studierte Malerei am Städel. 1962 gründete er mit Chlodwig Poth und anderen das Satiremagazin„Pardon“, später mit seinen Kollegen der Neuen Frankfurter Schule die Zeitschrift „Titanic“. Zu der Gruppe gehörten Traxler, Poth, Robert Gernhardt, F. W. Bernstein und F. K. Waechter.

Zahlreiche Bücher hat er herausgebracht, darunter die Wissenschaftsparodie „Die Wahrheit über Hänsel und Gretel“ und „Birne. Das Buch zum Kanzler“. 1989 warb Traxler mit Goethe als Gärtner für die Frankfurter Bundesgartenschau, in den 60er und 70er Jahren für Volkswagen: „Ich habe riesige Plakate und Inserate im Pop-Stil für den VW-Käfer und den Golf gezeichnet.“

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