BANKLADY:

Höfliche Bankräuberin

Mitte der 60er Jahre arbeitete sie als Hilfskraft in einer Hamburger Tapetenfabrik, wohnte mit ihren gut 30 Jahren noch bei ihren Eltern im Kinderzimmer – und sehnte sich nach der großen Welt, die sie aus bunten Illustrierten kannte. Und dann kam Hermann. Mit dem Räuber überfiel sie 19 Banken und machte Schlagzeilen. Die Medien nannten die stets höfliche und schick angezogene Unbekannte, die später im Gefängnis ihren Komplizen heiratete, die „Banklady“.

Aus dem ziemlich vergessenen Fall der Gisela Werler schuf der deutsche Hollywood- und „Tatort“-Regisseur Christian Alvart einen fesselnden, auch mal humorvollen Kriminal-, Liebes- und Freiheitsfilm. Die aparte Nadeshda Brennicke überzeugt in der Titelrolle neben einem draufgängerischen, schmierig-attraktiven Charly Hübner („Polizeiruf 110“) als ihrem Spießgesellen Hermann Wittorff. Dazu gesellen sich Ken Duken und Heinz Hoenig als ungleiche Kripo-Ermittler sowie der norddeutsche Entertainer Heinz Strunk als Erotikclub-Gast. „Wir hatten Glück“, sagt der Regisseur, „das Leben hat die Geschichte scheinbar fürs Kino entwickelt und geschrieben. Viele Dinge hätte ich mich nicht getraut zu erfinden.“

Dazu zählt Alvart die Erschießung eines anderen Gangsters aufgrund einer Verwechselung durch die Polizei oder auch den letzten, spektakulären Überfall in Bad Segeberg 1967, bei dem der beherzte Kassierer das Geld immer wieder an sich nahm. Sogar dessen Spruch „Ich hab' bei Stalingrad in 'ne Panzerkanone geguckt“ ist historisch verbürgt. Und wie im Film gaben sich Räuber und Räuberin tatsächlich noch im Gerichtssaal das Eheversprechen und blieben 31 Jahre lang bis zum Tod Giselas verheiratet: • • • • ο ο DPA

Cineworld im Mainfrankenpark

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