WÜRZBURG

„Idomeneo“ beim Mozartfest: Parabel auf die Liebe zur Macht

Stephan Suschkes hochpolitische Deutung von Mozarts Oper aus dem Jahre 1781 am Mainfranken Theater ist schlüssig und leider ziemlich nahe an der Realität.
Clay Hilley als Idomeneo – niemand käme auf die Idee, den Führungsanspruch dieses Bären von einem Mann in Frage zu stellen. Foto: Foto: Ivana Biscan
Ein König, dessen Volk nach und nach von einem Ungeheuer vernichtet wird, der wird nicht lange König bleiben. Allein schon, weil er irgendwann kein Volk mehr hat. Im Falle von Idomeneo, König von Kreta, verhält es sich noch ein wenig anders: Er müsste nur ein Gelübde einlösen, und das Ungeheuer, das im Auftrag des Meeresgottes Neptun auf seiner Insel wütet, würde seiner Wege gehen. Idomeneo hat gelobt, nach seiner Rettung aus Seenot werde er Neptun den ersten Menschen opfern, der ihm begegnet. Das Blöde nur: Dieser erste Mensch ist sein Sohn Idamante. Natürlich liebt Idomeneo seinen Sohn. Aber Idomeneo ...
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