MASSBACH

Im Theater Schloss Maßbach: Der Zusammenprall von zwei Diven

Nur keine Panik! Angela Koschel, Sandra Lava und Elmar Börger (von links) in „Der süßeste Wahnsinn“ im Theater Schloss Maßbach.
Nur keine Panik! Angela Koschel, Sandra Lava und Elmar Börger (von links) in „Der süßeste Wahnsinn“ im Theater Schloss Maßbach. Foto: Sebastian Worch

Kann Theater neben Fußball punkten? Können Starallüren und Zickenkrieg vergnüglich sein? Aber klar! Bestes Beispiel: Die nicht ausverkaufte, doch recht gut besuchte Premiere von „Der süßeste Wahnsinn“ auf der Freilichtbühne des Fränkischen Theaters Schloss Maßbach.

Rolf Heiermann führt Regie in dieser vom Charme klassischer Hollywood-Komödien inspirierten, 2008 uraufgeführten Farce von Michael McKeever, die von ihren komischen Situationen und Handlungen und schnellen, witzigen Dialogen lebt. Das Stück spielt im Jahr 1942 in einer schicken Hotelsuite (Bühnenbild: Anita Rask Nielsen) im Palm Beach Royale Hotel in Florida.

„Nur keine Panik!“ Das schwer durchzuhaltende Motto des Bernard Dunlap zeigt, unter welchem Stress der arme Mann steht. Eike Domroes mimt den eingangs noch souveränen Direktor des Hotels, der mit fortschreitender Handlung immer mehr unter Druck gerät: zunächst von der patriotischen Milliardärsgattin Mrs. Osgood (Angela Koschel), die ein Benefizkonzert zur Unterstützung der Kriegsanstrengungen organisiert, dann von den dazu eingeladenen Stars Claudia McFadden und Athena Sinclair. Hübsch, arrogant, narzisstisch, mit diversen Macken behaftet, setzen sich die beiden ständig selbst in Szene und scheuchen ihre Mitarbeiter. Sandra Lava betört als gewaltbereite Claudia McFadden im rosa Plüschmorgenmantel mit kläffendem Schoßhündchen.

Männermordender Vamp

Susanne Pfeiffers Athena Sinclair zeigt sich als auf Spaß bedachte Frau. Sie ist der Typ männermordender Vamp und würde sogar den Pagen vernaschen. Dunlaps Pech ist, dass die verfeindeten Diven in derselben Suite untergebracht werden und davon nichts merken dürfen, da sonst die Fetzen zu fliegen drohen. Das erfordert blitzschnelle Improvisationen, ganzen Einsatz. Vom Hoteldirektor, dessen Anweisungen die Pagen Otis (Nilz Bessel) und Francis (Georg Schmiechen) immer stärker verwirren. Und von den Mitarbeitern der Stars – Elmar Börger spielt den treuen Sekretär Mr Pippet, der sich nach Zuneigung und Anerkennung sehnt, Katharina Försch sein Pendant, die von der Sehnsucht nach Leben im Rampenlicht geheilte, bodenständige Sekretärin Murphy Stevens. Dass auch noch die Klatschreporterin Dora del Rio (Iris Faber) auftaucht, verschärft die eh schon heikle Situation. Doch das, was sie schon als Story zu riechen meint, „ist nicht die Story, das bin nur ich“, so Dunlap. Verzweiflung und Panik („Wir werden alle sterben“) nehmen nach der Pause zu, es kommt zum Zusammenprall der Diven. „Der süßeste Wahnsinn“ endet unerwartet (das Wie sei hier nicht verraten) und mit großzügigem Applaus für die Darsteller und das Team hinter den Kulissen.

Die nächsten Vorstellungen: 29., 30. Juni, 6., 7. Juli, jeweils 20 Uhr (auf dem Spielplan bis 29. Juli) Karten unter: Tel. (0 97 35) 2 35. Internet: www.fraenkisches-theater.de

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Schloss Maßbach
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!