Würzburg

Isabelle Faust beim Mozartfest: Schumann aus dem Schatten geholt

Schubert, Schumann aber kein Mozart? Der umjubelte Abend mit Isabelle Faust und dem Kammerorchester Basel beim Mozartfest war dennoch keine rein romantische Angelegenheit.
Isabelle Faust
Isabelle Faust Foto: Felix Broede

Franz Schuberts zweite und dritte Sinfonie, Robert Schumanns Violinkonzert – ein Abend ganz ohne Mozart, Romantik pur beim Mozartfest? Ja und nein, denn in Schuberts Werken steckt noch eine Menge Mozart. Dem Kammerorchester Basel unter Leitung von Heinz Holliger gelang es darzustellen, wie sich aus den Vorbildern immer mehr typischer Schubert herauslöst.

Sie tun das zum einen durch ihre unbändige Lust an üppiger Klangentfaltung, die den Kaisersaal der Würzburger Residenz mit mächtigem Bläser- und Pauken-Zusammenspiel füllt, zum anderen durch ihr Gespür, wann typisch wienerische, luftig heitere, poetische Artikulation angesagt ist, die Mozart oder gar Rossini ahnen lässt, und wann tief empfundene Expressivität gezeigt werden muss.

Ein Violinkonzert ohne Kadenz

Schumanns d-Moll-Konzert führt (unberechtigerweise!) ein Schattendasein in der Reihe der großen Violinkonzerte. Das mag historisch begründet sein oder in der Tatsache, dass es kein typisches Solistenkonzert (keine Kadenzen) ist, obwohl gerade der Finalsatz mit tückischen Passagen viel geigerisches Können verlangt. Hört man das Werk aber mit der Solistin Isabelle Faust und den Baslern, erlebt man ergreifende, inspirierte Musik.

Man kann sich verzaubern lassen von hinreißenden Pianissimo-Passagen. Man spürt, dass Faust das Konzert nicht nur begeisternd virtuos meistert, sondern hineinhört, den letzten Satz glücklicherweise nicht überhetzt, sich selbst von Schumann mitreißen lässt und damit die Basler und das Publikum in einen großartigen, mit riesigem Beifall bedachten Abend hinein nimmt.

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