Berlin (dpa)

Keiner geht verloren

Pünktlich zum 20. Jahrestag der Deutschen Einheit ziehen die Medien alle Register. Filme, Dokumentationen und Reportagen sind auf fast allen TV-Sendern zu sehen. Einen Beitrag der besonderen Art steuert die ARD an diesem Mittwoch (20.15 Uhr) zum Jubiläum bei.
Keiner geht verloren       -  Xaver (Helmfried von Lüttichau, l.) flucht über sein kaputtes Cabrio und beschimpft Loni (Eva Mattes), die den Unfall verursacht hat. Max (Hanno Koffler) geht dazwischen. (Bild: BR/Kerstin Stelter)
Xaver (Helmfried von Lüttichau, l.) flucht über sein kaputtes Cabrio und beschimpft Loni (Eva Mattes), die den Unfall verursacht hat. Max (Hanno Koffler) geht dazwischen. (Bild: BR/Kerstin Stelter)

Die Komödie «Keiner geht verloren» nimmt sich des Themas Wiedervereinigung augenzwinkernd an und kommt letztlich zum Schluss, dass vor allem zwischen Berlinern und Bayern immer noch eine Menge Dinge zu klären sind. Aber haben diese Vorurteile wirklich mit der Jahre währenden deutschen Teilung zu tun?

In dem vom Bayerischen Rundfunk (BR) produzierten Film geht es um die junge Katja (Jennipher Antoni), die der Arbeit und der Liebe wegen von Berlin ins oberbayerische Voralpenland ausgewandert ist. Katja hat sich in Max (Hanno Koffler), in den Sohn von Loni (Eva Mattes), verguckt. Loni ist die Besitzerin des Gasthofs, in dem Katja beschäftigt ist. Nun hat Katja ihre Mutter Rita (Carmen-Maja Antoni) eingeladen, weil die einen Blick auf die neue Welt ihrer Tochter und ihren zukünftigen Schwiegersohn werfen soll. Die macht sich mit ihrem nicht mehr ganz neuen VW Golf auf den Weg.

Unterwegs hilft Rita dem unbeholfenen und gestrandeten Schauspieler Hotte (Sylvester Groth), der sich in einem Dixi-Klo verfangen hat, auf und nimmt ihn mit zum «Lonihof». Am Ziel angekommen bemerken die beiden, dass es um die Gastwirtschaft nicht zum Besten steht: Trotz traumhafter Bergkulisse und kulinarischer Highlights bleiben die Gäste aus, der Konkurs droht. Als auch noch Lonis Ex-Mann Alois (Andreas Borcherding) auftaucht, scheint das Chaos perfekt - er legt sich sofort aufs Heftigste mit seiner zukünftigen Schwiegertochter Katja an.

Max ist überfordert und sitzt zwischen allen Stühlen, sein Vater tobt vor Wut, Loni weiß sich nicht mehr zu helfen, Katja schmollt, Rita wundert sich nur noch über die wild gewordenen Wessis, und Hotte zieht im Hintergrund auf unkonventionelle Weise die Fäden - wie soll dies nur weitergehen?

Die Komödie ist um der Gerechtigkeit Willen ziemlich paritätisch mit ost- und westdeutschen Schauspielern besetzt. Das Mutter-Tochter- Gespann Rita/Katja ist auch im realen Leben verwandt. Carmen-Maja Antoni (65) wurde kurz nach Kriegsende in Berlin geboren und lernte ihr Schauspiel-Handwerk in der DDR - Tochter Jennipfer trat in die Fußstapfen ihrer Mutter. Auch Sylvester Groth, vor 52 Jahren in Jerichow (Sachsen-Anhalt) zur Welt gekommen, stammt aus der DDR. Eva Mattes ist dagegen gebürtige Bayerin, Helmfried von Lüttichau (spielt den Koch Xaver) stammt aus Hannover, Andreas Borcherding ist Münchner.

Regisseur Dirk Kummer dagegen studierte von 1989 bis 1992 an der Ostberliner Akademie der Künste, und auch das Drehbuch - geschrieben von Bert Koß (kommt aus Pößneck in Thüringen) und Michael Peschke (geboren in Berlin-Mitte) lag fest in ostdeutscher Hand.

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