Bad Kissingen

Kissinger Sommer: Truls Mørk in Bestform

Zweites Konzert der Tschechischen Philharmonie beim Kissinger Sommer
Die Tschechische Philharmonie spielte am Samstagabend beim Kissinger Sommer und der Violoncellist Truls Mørk übernahm den Solopart.
Die Tschechische Philharmonie spielte am Samstagabend beim Kissinger Sommer und der Violoncellist Truls Mørk übernahm den Solopart. Foto: Johs. Boe

Das Beste kam zum Schluss, zumindest was das zweite Konzert der Tschechischen Philharmonie beimKissinger Sommer betraf: Unter dem Motto "Slawische Orchesterfarben" führte Tomáš Netopil durch einen Abend, der ausschließlich Werken von Antonín Dvorák gewidmet war, die Zugabe (Slawischer Tanz Nr. 8) inklusive.

Mit den drei Konzertouvertüren des Werkzyklus’ "Natur, Leben und Liebe" zeigte das Orchester, dass es aktuell immerhin Platz 20 im internationalen Ranking der Symphonieorchester einnimmt. "In der Natur", "Carneval" und "Othello" lieferten bestes musikalisches Material, um beschaulich-behäbiges Idyll, Ansätze von sprühendem Schwung und spannungsvolle Dramatik an den Tag zu legen.

Ausgefeilte und detailreiche Interpretationen

Zuvor hatte sich bereits Truls Mørk als Solist in Truls Mørk und Dvorák Solides Orchester Konzert für Violoncello und Orchester h-Moll in bester Form präsentiert. Ausgefeilt seine Interpretation, fast etwas detailreich im engen Zusammenwirken mit dem Orchester, was den großen Spannungsbogen belastete. Mørks Virtuosität, sein tänzerisches und seelentiefes Spiel beeindruckten, und richtig gefangen nahm sein kurzer musikalischer Dialog mit dem Konzertmeister vor dem Finale.

Bravorufe für den Norweger im fast ausverkauften Max-Littmann-Saal. Die Tschechische Philharmonie jedoch muss sich im Rahmen eines Festivals dem Vergleich stellen, und da fehlte der soliden Aussage des Abends doch die letzte Eleganz, Vitalität und gemeinsamer Atem.

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