Würzburg

Kunst, geheimnisvoll bis monumental

Die Neuen beim Berufsverband Bildender Künstler in Würzburg stellen aus. Und manchmal macht sich ein inneres Schmunzeln breit.
Das Tonseil von Barbara Bauer vor einer Werner-Winterbauer-Werkgruppe in der BBK-Galerie Würzburg. Foto: Joachim Fildhaut

Galeriebesucher werden künftig von ihnen sehen, und so lohnt’s, die Namen gehört zu haben: Neuere Mitglieder im unterfränkischen Berufsverband Bildender Künstler (BBK) sind Barbara Bauer, Olga Liashenko, Saleh Nemr, Mona Weiskopf und Werner Winterbauer. Sie stellen sich in einer Ausstellung bis zum 19. Mai in der BBK-Galerie im Würzburger Kulturspeicher vor.

Dreimal plastische Arbeiten, je einmal Gemälde und Fotocollagen fügen sich zu einem stimmigen Ganzen, zumal die Skulpturen von Barbara Bauer und Mona Weiskopf einander gegenüber hängen: Beide zeigen starke Wandreliefs. Womit sie keinesfalls in Richtung "Kunst am Bau" kokettieren. Bauers Tonknoten und Weiskopfs Leinenfaltungen stehen erst einmal für sich.

Ausschnitt einer Plastik von Saleh Nemr vor einer Collage von Olga Liashenko. Foto: Joachim Fildhaut

Ziemlich sinnlich: Sie lenken die Aufmerksamkeit des Betrachters auf ihr Material. Ab hier haben die Arbeiten dann sehr unterschiedliche Effekte. Still, geheimnisvoll, einfach und dadurch – auch bei begrenzter Größe – monumental wirken Mona Weiskopfs Objekte mit Titeln wie „Schmales Tuch“. Vor Barbara Bauers „Cordes“ staunt man: Wieso brennt die ausgerechnet Ton zu Seilen? Bis sich ein inneres Schmunzeln im Besucher breit macht: Das Unangemessene ist ja grade der Witz. Zum Glück sind die Plastiken im Ofen nicht gerissen. Der Kunstfreund sollte den Namen der Künstlerin nicht ausschließlich mit Tonknoten verknüpfen. Die gebürtige Bad Kissingerin studierte in Frankreich, und da lernte sie verschiedene Techniken gleichberechtigt nebeneinander. Sie wird noch ganz anderes herzeigen.

Farbiger Blickfang

Die dritte Neue spezialisierte sich auf Kirchenrestaurationen, was in ihre freien Arbeiten einfließt, genauer: einklatscht. Olga Liashenko haut gerne Freskenkalk in ihre Fotocollagen. Persönlich werden ihre Werke aber auch durch die Herkunft der Lichtbilder. Das sind eigene Fotografien, auf wechselnde Materialien gedruckt, zerteilt, neu zusammengesetzt. Blattgold kann auch eine Rolle spielen. Am Ende nimmt sie die neuen Kombinationen noch einmal mit einer Spezialkamera für Restauratoren auf und belichtet sie in ansehnlicher Größe. Liashenko trägt zur Entwicklung des Trend-Mediums Fotografie bei.

Stärker retro arbeiten die beiden Männer im Fünferbund. Die organischen Formen der Skulpturen von Saleh Nemr halten die Schwere und deren Überwindung in einem schönen Gleichgewicht; Nemr arbeitet in Stein, Ton und Bronze. Werner Winterbauer hat – für einen frisch gebackenen Ü-60er nicht ungewöhnlich – einen klar wiedererkennbaren Stil: symbolistisch, offenbar gesellschaftskritisch und formal etwas an den Wiener Phantastischen Realismus angelehnt. Winterbauer ist schon eine Weile im BBK und organisiert dort mit Christiane Gaebert und Hagga Bühler die Galerie. Bei den Debütantenausstellungen hielt er sich erst einmal zurück. Diesmal sorgt er für einen farbigen Blickfang.

Öffnungszeiten: Freitag, Samstag 15-18, Sonntag 11-18 Uhr. Bis 19. Mai

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