BERLIN

Luise Rainer: Ein Stern nach zwei Oscars

Luise Rainer, 1963.
Luise Rainer, 1963. Foto: cinetext

(dpa) Sie bekam zweimal den Oscar, aber obwohl sie aus Deutschland stammt, blieb sie in ihrer Heimat lange vergessen: Die jüdische Schauspielerin Luise Rainer, die von der Filmakademie in Hollywood 1936 und 1937 ausgezeichnet wurde, zählte zu den Kinostars der 30er-Jahre. Nach monatelangem Hin und Her wird die heute in London lebende 101-jährige Rainer am 5. September auf dem „Boulevard der Stars“ am Potsdamer Platz in Berlin geehrt.

Die 1910 in Düsseldorf geborene Rainer, die vor ihrer Flucht aus Europa bei Max Reinhardt in Wien am Theater engagiert war, bekam 1936 einen Oscar für ihre Rolle in „The Great Ziegfeld“, ein Jahr später für „Die gute Erde“. Danach kam es zwischen Rainer und den MGM-Studios zum Bruch. Die Schauspielerin war nicht bereit, bei Rollenvergaben auf Mitsprache zu verzichten. Bis auf kleinere Auftritte war damit ihre Karriere vorbei. Sie siedelte nach London über, wo sie bis heute lebt.

Fans hatten immer einen goldenen Stern für Rainer auf dem „Boulevard der Stars“ gefordert. Nach dem Vorbild des „Walk of Fame“ in Hollywood sollen dort die Großen des deutschen Films geehrt werden – ausdrücklich auch jene, die von den Nazis vertrieben wurden. Eine Jury hatte für 2011 eine Erweiterung mit neuen Namen beschlossen, aber Luise Rainer fehlte. Daraufhin hatten Fans protestiert, schließlich wurde ihr Name aufgenommen. Sie wäre gerne nach Berlin gekommen, ihre Gesundheit lasse aber die Reise nicht zu, sagte Rainer zur Einladung.

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