Würzburg

Mainfranken Theater: Umzug in die Fabrikhalle

Weil das Haupthaus saniert wird, muss das Mainfranken Theater teilweise umziehen. Wie wird die Ausweichspielstätte aussehen? Wie soll sie funktionieren?
'Hier müssen Sie sich den Orchestergraben vorstellen': Intendant Markus Trabusch in der Ausweichspielstätte des Mainfranken Theaters.
"Hier müssen Sie sich den Orchestergraben vorstellen": Intendant Markus Trabusch in der Ausweichspielstätte des Mainfranken Theaters. Foto: Thomas Obermeier

Markus Trabusch geht in die Knie und imitiert einen Geiger: "Hier müssen Sie sich den Orchestergraben vorstellen." Der Intendant des Würzburger Mainfranken Theaters gibt seine Pantomime in der "Blauen Halle" auf dem Gelände der Firma va-Q-tec. Hier wird das Theater ab der Spielzeit 2020/21 für zwei Jahre einziehen. Auf dem weitläufigen Gelände neben der Bundesstraße Richtung Veitshöchheim (Lkr. Würzburg) werden dann die großen Produktionen gegeben: Oper, Ballett mit Orchester und das Weihnachtsstück.

Nötig wird der Umzug, weil das Stammhaus in der Innenstadt saniert wird. Ab übernächster Spielzeit kann das Theater das Große Haus mit 738 Plätzen nicht mehr nutzen. Die mittlere Spielstätte vorne über dem Haupteingang soll dann fertig sein – und für Schauspiel und Ballett genutzt werden. Doch ohne große Produktionen fürchtet man am Theater einen Rückgang der Publikumszahlen und Einnahmeverluste.

Tribüne für 500 Zuschauer

Die von der Stadt angemietete va-Q-tec-Halle mit großer Fensterfront zum Maintal soll das vermeiden helfen. Theatermäßig hergerichtet soll die "Theaterfabrik Blaue Halle" im Idealfall nicht wie eine Notlösung wirken. Der klimatisierte Raum wird, nach derzeitigen Planungen, auf einer ansteigenden Tribüne Platz für 500 Zuschauer bieten. Auch an einen Foyerbereich werde gedacht, hieß es bei einer Presseführung.

Blick aus der 'Blauen Halle' Richtung Maintal.
Blick aus der "Blauen Halle" Richtung Maintal. Foto: Thomas Obermeier

Für den Theaterbetrieb notwendige Backstage-Flächen (für Werkstätten, Kostüm und Maske) stünden ebenso zur Verfügung, so Dirk Terwey, Geschäftsführender Direktor des Theaters. Geplant sind 120 Veranstaltungen pro Saison.

Einschränkungen wird es natürlich geben: Bühnentechnik wie in einem richtigen Theater kann die Ausweichspielstätte nicht bieten. Auch an der Akustik der Halle, die bislang schon für Veranstaltungen genutzt wurde, muss noch gearbeitet werden. Aber man habe ja noch ein Jahr Zeit. Trabusch ist sicher: "Wir können hier ganz große Oper machen."

400 Parkplätze

3300 Quadratmeter wird die Kunst auf dem Industriegelände okkupieren. Joachim Kuhn, Vorstandsvorsitzender und Gründer von va-Q-tec, hat damit kein Problem. Das sei nur ein kleiner Teil des Geländes, auf dem sich früher die Universitätsdruckerei Stürtz befand. "Unser Betrieb wird damit nicht beeinträchtigt." Kuhn ist auch als Unternehmer kulturaffin: va-Q-tec ist Hauptsponsor des Mozartfests. Ein reichhaltiges Kulturangebot sei ein wichtiger Standortfaktor. "Vor einem halben Jahr hatten wir das Projekt noch nicht auf dem Radar", so Kuhn. Doch er sei "sehr begeistert".

Die Firma va-Q-tec entwickelt, produziert und vertreibt laut Pressemitteilung "hocheffiziente und damit dünne Vakuumisolationspaneele". In speziellen Containern lassen sich dadurch sensible Waren – etwa Arzneimittel – über einen langen Zeitraum auf Temperatur halten.

Für die Besucher der "Theaterfabrik Blaue Halle" werden laut Angaben des Mainfranken Theaters 400 Parkplätze zur Verfügung stehen. Direkt vor dem Gelände ist eine Bushaltestelle. Das Theater habe auch "Gespräche aufgenommen, die Busanbindung auf dieser Strecke zu theaterüblichen Zeiten für Besucher und Theatermitarbeiter gegebenenfalls zu intensivieren".

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