Maori-Göttin und Diamanten-König

Maori-Göttin und Diamanten-König

Sarah Lark: Die Tränen der Maori-Göttin (Lübbe, 894 Seiten, 15,99 Euro). Neuseeland, 1899: Lizzie und Michael verabschieden ihren Sohn nach Südafrika. Kevin, junger Mediziner und verwegener Reiter, zieht als Stabsarzt in den Burenkrieg. Für Roberta bricht eine Welt zusammen; sie ist entschlossen, für ihr gemeinsames Glück zu kämpfen – und ihr Wagemut ist grenzenlos. Auch Matarikis Tochter Atamarie stellt sich einer großen Herausforderung: Sie schreibt sich als einziges Mädchen an der Uni für Ingenieurswissenschaften ein. Seit ihrer Kindheit faszinieren sie die Lenkdrachen der Maori. Das bringt sie mit dem Flugpionier Richard Pearce zusammen – und verlangt von ihr eine folgenschwere Entscheidung.

Simon Tolkien: Der König der Diamanten (Klett-Cotta, 445 Seiten, 19,95 Euro). Die Gegend um Oxford im Jahr 1960. David Swain, verurteilter Mörder, bricht aus dem Gefängnis aus. In derselben Nacht wird seine Ex-Freundin ermordet. Inspektor Trave leitet die Suche nach dem entflohenen Häftling. Alsbald gerät für ihn auch der Onkel der Ermordeten in Verdacht: Titus Osman ist ein reicher Diamantenhändler. Er arbeitet mit seinem zwielichtigen Schwager zusammen, dem Verbindungen zu Nazis nachgesagt werden. Als der entflohene Häftling wieder gefasst wird, tut Trave alles, um dessen Unschuld zu beweisen. Aber wie weit ist er selbst in den Fall verstrickt?

Karin Nohr: Herr Merse bricht auf (Knaus, 288 Seiten, 19,99 Euro). „Zwei Bläser, das konnte ja nicht gut gehen!“ Diese Erklärung seiner Exfrau, einer Flötistin, sitzt dem Hornisten Ingo Merse auch drei Jahre nach der Scheidung wie ein Dorn im Fleisch. Irritierend zudem, warum sie ihm beim Auszug Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ überließ. Als Beleidigung? Zur Erklärung? Jetzt verbringt Merse eine Sommerwoche in der Ferienwohnung seiner Schwester auf Sylt. Beharrlich verfolgt er seine Urlaubsprojekte: Einstudieren des Brahmsschen Horntrios, Lektüre des Musil-Romans, Ausschleichen aus seiner Tablettenabhängigkeit. Bis am ersten Sonnentag Annemarie Luner vor seinem Strandkorb erscheint – mit ihrem vagen Lächeln, ihrer langen Narbe am Oberschenkel und der Bitte, auf ihren kleinen Sohn aufzupassen. Merse gerät in einen Liebesstrudel und ringt verzweifelt um Überblick.

Mitra Tabriozian: Another Country (Hatje Cantz, 144 Seiten, 72 Farbabbildungen, 29 x 25,5 cm, 39,80 Euro). Die in Teheran geborene Film- und Fotokünstlerin Mitra Tabrizians thematisiert das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft, indem sie die Figuren so positioniert, dass sich politische Rahmenbedingungen der verschiedensten Kulturen, Regionen und Situationen in den Bildkompositionen spiegeln. Ob Banker im Herzen des Londoner Finanzdistrikts oder dunkel verhüllte Frauen inmitten der wüstengleichen Weiten im Iran, immer wirken die dargestellten Menschen seltsam unbehaust, ohne Sinn und Ziel im Raum verteilt. Isoliert von ihrer Umwelt scheinen sie auf etwas zu warten, oder sie stehen in Gruppen ohne inneren Zusammenhang. Der Band versammelt neueste Arbeiten der Künstlerin.

Franz Hohler: Spaziergänge (Luchterhand, 160 Seiten, 18,99 Euro). Hochregallager! An einem kalten Märztag liest Franz Hohler dieses Wort zum ersten Mal. Er könne eines dieser Regale kaufen, legt ihm das Schild nahe, doch er zieht dem Kauf einen kleinen Ausflug an einem Seeufer entlang vor. Ein Jahr lang unternahm Hohler jede Woche einen Spaziergang, immer einen anderen. Was er auf diesen Spaziergängen sah, was ihm beim Gehen widerfuhr und auffiel, hat er in dem Buch festgehalten. Seine kurzen Erzählungen sind eine Schule des Sehens und der Achtsamkeit, nach und nach bekommt der Leser eine Ahnung, was Heimat heute ist und was sie sein könnte.

Sam Hawken: Die toten Frauen von Juárez (Klett-Cotta, 320 Seiten, 19,95 Euro). Viele, die etwas auf dem Kerbholz haben, flüchten nach Ciudad Juárez – auch Kelly Courter, Boxer aus den USA. Sein Geld verdient er mit fragwürdigen Kämpfen oder dem Verkauf von Drogen. Estéban, der Bruder seiner Freundin Paloma, versorgt ihn regelmäßig mit Stoff. Bald greift er selbst zur Nadel, driftet ab in die Welt des Rausches und bemerkt nicht einmal, dass Paloma spurlos verschwindet. Als kurz darauf ihre misshandelte Leiche gefunden wird, trifft ihn die Realität wie ein Schlag. Er wird verhaftet, gedemütigt und für ein Geständnis halb totgeprügelt. Erst als Rafael Sevilla, ein befreundeter mexikanischer Polizist, sich des Falls annimmt, kommt Licht in das dunkle Geheimnis der Frauenmorde von Ciudad Juárez.

Raymond Carver: Beginners. Erzählungen (S. Fischer, 360 Seiten, 21,99 Euro). Carver gilt als einer der berühmtesten Autoren amerikanischer Short Stories im 20. Jahrhundert. Seine Lakonie, seine minimalistischen Details und wortkargen Dialoge prägten eine ganze Generation, besonders durch seinen zweiten, Kult gewordenen Erzählband („Wovon wir reden, wenn wir von Liebe reden“). Dieses Buch wurde jedoch in einer Version veröffentlicht, in der der Lektor extreme Eingriffe vorgenommen hatte. Carver wünschte sich selbst eine Ausgabe des ungeschnittenen Manuskripts. Das erscheint nun erstmals auf Deutsch.

Ines Geipel: Der Amok-Komplex oder Die Schule des Tötens (Klett-Cotta, 320 S., 19,95 Euro). Amokschützen lernen voneinander: Die Schule des Tötens erstreckt sich vom australischen Port Arthur bis zum norwegischen Utoya. Die drei deutschen Tatorte Erfurt, Emsdetten und Winnenden stellt Ines Geipel in den Kontext der weltweiten Geschichte des Amoklaufs. Sie zeigt, wie diese neue Form der Gewalt aus der Mitte einer befriedeten westlichen Gesellschaften bricht. Was treibt junge Amokläufer an? Warum sind Waffen noch immer so mühelos verfügbar? Wie schützt die Polizei, was klärt die Politik, wer ist für die Hinterbliebenen da? Unveröffentlichte Akten, Gespräche mit Augenzeugen, Angehörigen, Experten geben tiefe Einblicke.

Lisa Randall: Die Vermessung des Universums (S. Fischer, 496 Seiten, 24,99 Euro). In keiner anderen Naturwissenschaft kündigen sich so umwälzende und aufregende Erkenntnisse für Mensch und Kosmos an wie in der Physik. In ihrem neuen Buch berichtet Besteller-Autorin Lisa Randall aus den Laboren und Denkfabriken ihrer Kollegen: Welchen Fragen gehen Physiker nach? Welche Rolle spielen gigantische Apparate wie der Teilchenbeschleuniger im CERN? Wie hängt angewandte mit theoretischer Physik zusammen? Die Autorin, als Physikerin eine Expertin für Teilchenphysik, Stringtheorie und Kosmologie, zeichnet das Bild der gegenwärtigen Physik in all ihren Facetten.

Jon Ronson: Die Psychopathen sind unter uns (Klett-Cotta, 280 Seiten, 19,95 Euro). Alles beginnt mit einem mysteriösen Päckchen, das an Neurologen auf der ganzen Welt verschickt wird. Es enthält ein unheimliches Buch, eine Nachricht, aber keinen Absender. Alle sind sich einig: Hier ist ein Psychopath am Werk! Jon Ronson versucht, das Rätsel zu lösen, und begibt sich auf eine filmreife Mission, die so wahr wie gruselig ist. Seine Recherche führt ihn zu Tony, einem verurteilten Mörder und diagnostizierten Psychopathen, der beteuert, einer Fehldiagnose zum Opfer gefallen zu sein. Ronson wird auf seiner Reise schnell klar, wo sich die meisten Psychopathen aufhalten: Sie bewegen sich inmitten der Gesellschaft, sie sitzen an den Schalthebeln der Macht, sind Firmenbosse, Politiker und spielen in der Finanzwelt eine führende Rolle.

Hilary Mantel: Brüder (Dumont, 1000 Seiten, 22,99 Euro). Das Buch folgt drei sehr unterschiedlichen jungen Männern in die Wirren der Französischen Revolution. Da ist Georges Danton: ehrgeizig, energisch, hoch verschuldet. Maximilien Robespierre: klein, gewissenhaft und furchtsam. Und schließlich Camille Desmoulins: ein Rhetorikgenie, charmant und gut aussehend, aber auch wankelmütig und unzuverlässig. Während di drei Helden in den berauschenden Sog der Macht geraten, macht jeder für sich die Erfahrung, dass Ideale auch eine dunkle Seite haben. Gemeinsam entfesseln sie einen Schrecken, dem sich niemand entziehen kann.

Chinua Achebe: Alles zerfällt (S. Fischer, 236 Seiten, 19,99 Euro). Der Afrika-Roman, der die moderne afrikanische Literatur begründete und die Weltliteratur prägte in neuer Übersetzung! Chinua Achebe erzählt von Verrat und Rache, von Leidenschaften, die keine Ruhe finden, und von Sehnsüchten, die keine Zukunft haben. Okonkwo, stark und jähzornig, stößt sich an den strengen Stammesregeln und zerbricht an dem Regime der britischen Kolonialherren. In seinem Meisterwerk beschreibt Achebe den Konflikt einer archaischen Kultur. Er wurde 1930 in Ogidi im Osten Nigerias als Sohn eines Katechisten aus dem Stamm der Igbo geboren, studierte am University College von Ibadan und lehrt seitdem als Professor an nigerianischen, englischen und US-Universitäten. 2002 wurde Achebe für sein politisches Engagement mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt.

Ken Regan: Nahaufnahmen (Collection Rolf Heyne, 288 Seiten, 300 Abbildungen, 39,90 Euro). Seit den 1960er-Jahren widmet sich Ken Regan dem Thema Rock 'n' Roll. Er hat so gut wie alle Größen der Musikszene abgelichtet, die Rolling Stones und Bob Dylan 1975 auf ihren Tourneen begleitet. Zudem fotografierte er beim „Last Waltz“ von The Band und bei George Harrisons Konzert für Bangladesch, bei Live Aid und anderen Großereignissen der Rockmusik. Der Band ist eine Zusammenstellung seiner besten Werke aus mehr als 40 Jahren, rund 300 zeitlose Nahaufnahmen gewähren einen sehr persönlichen Blick auf Künstler, Konzerte, auf unvergessliche Momente des Rock 'n' Roll.

Heidi Rehn: Gold und Stein (Knaur, 720 Seiten, 19,99 Euro). Preußen, Mitte des 15. Jahrhunderts. Die 17-jährige Agnes und ihre Mutter Gunda leben als angesehene Bierbrauerinnen in Wehlau. Eines Tages taucht der junge Baumeister Laurenz auf und erobert Agnes' Herz. Mit aller Kraft sperrt sich Mutter Gunda gegen diese Liebe, droht damit doch ein dunkles Geheimnis aus ihrer Vergangenheit offenbar zu werden. Als die Deutschordensritter Wehlau belagern, flieht Agnes nach Königsberg, wo sie dem gleichaltrigen Caspar begegnet. Warum nur fühlt sie sich sogleich zu ihm hingezogen, wo ihr Herz doch Laurenz gehört? Ihre Verwirrung wächst, als sie an Caspars Nacken dasselbe Feuermal wie an dem ihren entdeckt.

Ulrich Müller (Hg.): Joseph Beuys. Parallelprozesse. Archäologie einer künstlerischen Praxis (Hirmer, 288 Seiten, 24 Tafeln in Farbe und 14 in Schwarz-Weiß, 90 Abbildungen in Farbe und 84 in Schwarz-Weiß, 23,5 x 29,5 cm, 49,90 Euro). Das Buch fasst die Ergebnisse des Symposiums zusammen, das im Januar 2011 begleitend zur gleichnamigen Ausstellung in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen stattfand. Ausgewiesene Beuys-Forscher, Kunsthistoriker, Philosophen, Theaterwissenschaftler und Museumsfachleute loten die Aktualität des Künstlers aus. Dabei spielt der gedankliche Überbau des Künstlers eine ebenso große Rolle wie die Entstehung seiner Plastischen Theorie. Einzelne Aktionen, skulpturale Werke, plastische Bilder und Zeichnungen werden in exemplarischen Analysen erschlossen. Die Parallele von Natur- und Gesellschaftsprozessen, die Beuys im erweiterten Kunstbegriff der Sozialen Plastik aufgehoben wissen wollte, markiert den universellen Rang, den er der Kunst zudachte. Nur durch Kunst und aus Kunst, so Beuys, lassen sich alle natürlichen und sozialen Angelegenheiten neu denken und gestalten.

Henry M. Stanley: Wie ich Livingstone fand. Reisen und Entdeckungen in Zentral-Afrika (marixverlag, 368 Seiten, 43 Abbildungen und Kaerten, 24 Euro). „Dr. Livingstone, wie ich vermute?“ Fünf Wörter, die zum geflügelten Begriff wurden. So begrüßt der junge Reporter Henry Morton Stanley den bis dato verschollenen Afrikaforscher David Livingstone am 10. November 1871 in einem kleinen Dorf am Tanganjikasee. Acht strapaziöse und mitunter lebensgefährliche Monate war Stanley im Auftrag seines exzentrischen Verlegers auf der Suche nach dem berühmten Afrikaforscher durch den „Schwarzen Kontinent“ gezogen, hatte unzählige Männer durch Krankheit und Erschöpfung verloren, bis er schließlich dem Totgeglaubten gegenüberstand, ihm die Rettung vor dem sicheren Tod brachte und selbst zum renommierten Afrikaforscher wurde.

René Caillié: Reise nach Timbuktu. Der erste Bericht über die sagenumwobene Stadt (marixverlag, 320 Seiten, 24 Euro). Obwohl Caillié Denkwürdiges vollbrachte, deckt sich sein Bild nicht unmittelbar mit den träumerisch-verklärten Vorstellungen, die man sich von bedeutenden Forschungsreisenden macht. Entgegen der Mehrzahl der wegweisenden Entdecker stammte Caillié aus der französischen Unterschicht und verfügte über keinerlei geografische oder militärische Ausbildung. Dennoch gelang dem Franzosen durch Zähigkeit und Willensstärke die Umsetzung jenes Vorhabens, an dem die großen geografischen Gesellschaften aus Paris und London kläglich scheiterten: Als Araber verkleidet, erreichte er beinahe mittellos und vollkommen auf sich allein gestellt am 20. April 1828 die sagenumwobene Oasenstadt Timbuktu.

Wilhelm von Rubruk: Reise zu den Mongolen. Von Konstantinopel nach Karakorum (marixverlag, 238 Seiten, 24 Euro). Nachdem die Mongolenstürme über Europa hinweggefegt waren, wird der Franziskanermönch Wilhelm von Rubruk vom französischen König auf diplomatische Mission in das Reich des Großkhans Mangu, einem Urenkel des Dschingis Khan, in Karakorum entsandt. Da alle bisherigen Versuche, die Mongolen als Verbündete zur Eroberung des Heiligen Landes zu gewinnen, scheiterten, soll Wilhelm von Rubruk als Missionar einen letzten Versuch wagen. Von 1253 bis 1255 reist er zu Fuß, auf dem Ochsenkarren und auf dem Rücken der legendären mongolischen Pferde. Letztendlich war auch seinen Unternehmungen kein politischer Erfolg vergönnt. In den Augen der Nachwelt kommt der Reise des Franziskanermönchs aber ein bedeutender kulturgeschichtlicher Stellenwert zu: Rubruk berichtet einfühlsam und detailliert über das Recht, die Sitten und die Kultur der bis dato so fremden asiatischen Reitervölker. Sein Reisejournal ist der erste zuverlässige Bericht eines Europäers, direkt aus dem Herzen des mongolischen Großreichs.

Carol O'Connell: Tödliche Geschenke (btb, 416 Seiten, 14,99 Euro). Vor zwanzig Jahren folgte Oren seinem jüngeren Bruder Josh in die dunklen Wälder, die das kleine Städtchen Coventry im Norden Kaliforniens umgeben. Doch zurück kam nur Oren. Von Josh fehlt jede Spur. Längst hat der örtliche Sheriff den Fall zu den Akten gelegt. Und Oren, den viele für verdächtig hielten, wurde von seinem Vater auf ein entferntes Internat geschickt. Die verschrobenen Einwohner Coventrys scheinen zur Ruhe zu kommen. Doch dann kehrt Oren überraschend in seine Heimatstadt zurück. Und er ist nicht der Einzige, der auftaucht . . .

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