BERLIN

Mittelalter-Experte Peter Wapnewski starb im Alter von 90 Jahren

Seine Hörbücher zum Nibelungenlied und zu Richard Wagner wurden Bestseller, seine Radio-Mehrteiler dazu populär: Peter Wap-newski, Altgermanist und Gründungsrektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin, ist am Freitag im Alter von 90 Jahren gestorben, wie dessen Sprecherin am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa mitteilte.

Wapnewski galt als einer der angesehensten und bekanntesten Vertreter der Literaturwissenschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Manche nannten ihn einen der prägendsten Intellektuellen der Bundesrepublik. Er genoss auch international hohe Anerkennung als Experte für die deutsche Literatur des Mittelalters und die Werke Richard Wagners.

Sein Ruf als beredter und sprachlich eleganter „Mittler des Mittelalters“ mit Dichtern wie Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach reichte über Deutschland hinaus. Sein Kollege Dieter Borchmeyer nannte ihn einen „farbenprächtigen Paradiesvogel“ in der „vielfach grauen Professorenwelt“. „Nobelmann der deutschen Literatur“ nannte der Kritiker Fritz J. Raddatz den Altgermanisten Wapnewski, der fundierte Sachkenntnis mit leicht lesbarer und auch hörbarer Prosa verbinden konnte.

Auch diesem „Grandseigneur des Geistes“ geschah es, dass „plötzlich die Wahrheit der Karteikarte“ über ihn kam. 2003 machte ein Germanistenlexikon Wapnewskis NSDAP-Mitgliedschaft publik. Damals räumte Wapnewski ein, dass es für ihn und etwa auch Walter Jens einfacher gewesen wäre, „wenn wir vor 20 Jahren gesagt hätten: ,Ja, wir waren Parteigenossen, es war dumm‘.“

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