Mozartfest unterm Hakenkreuz

Die Nationalsozialisten spannten auch das Festival in der Residenz für ihre Zwecke ein. Der Österreicher Mozart wurde deutsch, seine Biografie „bereinigt“ – etwa von jüdischen Einflüssen.
Würzburger Domstraße 1936: Die Nazis vereinnahmten nicht nur das Mozartfest für ihre Zwecke. Auch der Sport wurde dazu missbraucht, Propaganda im Sinne Hitlers zu machen (das Bild zeigt den Empfang der Olympiateilnehmer im Rudern). Foto: Fotos: Stadtarchiv Würzburg, Erika Groth-Schmachtenberger
Hitlers Scharfmacher Joseph Goebbels forderte eine „stählerne“ Musik. Widerspruch kam vom Würzburger Konservatoriumsdirektor Hermann Zilcher – allerdings windelweich: Musik, „auch wenn sie nicht stählern-romantisch, nicht schwerterklirrend oder marschstampfend ist, gehört zum Geisteskampf unseres Volkes, auch die stillste, tiefste Melodie ist ein niemals wegzudenkender Bestandteil im Ringen um unser Deutschsein!“ Eine Reaktion, typisch für den Mann, der vor 90 Jahren das Würzburger Mozartfest gründete?
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