WEIKERSHEIM

Nachwuchselite mit kreativer Bandbreite

Das Bundesjugendorchester unter dem Dirigat von Brandon Phillips bei der Galaeröffnung der Tauberphilharmonei Weikersheim. Für die jungen Musiker war es nicht der erste Auftritt in Weikersheim.
Das Bundesjugendorchester unter dem Dirigat von Brandon Phillips bei der Galaeröffnung der Tauberphilharmonei Weikersheim. Für die jungen Musiker war es nicht der erste Auftritt in Weikersheim. Foto: Felix Röttger

Außergewöhnlich kurzweilig verlief die offizielle Eröffnung der Tauberphilharmonie in Weikersheim (Main-Tauber-Kreis) mit der Schlüsselübergabe durch Professor Gunter Henn aus München an Bürgermeister Klaus Kornberger als „Motor“ des Projekts. Statt oft gehörter Festreden-Plattitüden gab es knackig kurze Statements von Vertretern aus Politik und Wirtschaft, gefolgt von zwei Ansprachen von Dr. Ulrich Wüster, dem Generalsekretär der Jeunesses Musicales Deutschland (JMD) und von Johannes Mnich, dem Intendanten der Tauberphilharmonie.

Wie ein liegender Kontrabass

In Besitz genommen wurde das Konzerthaus, dessen Form an einen liegenden Kontrabass erinnert, von der Bevölkerung schon im Juli mit einem „Tag der offenen Tür“ inklusive Eröffnungskonzert. Das reichhaltige Kulturprogramm wurde inzwischen von rund 7000 Gästen aus der Region dankbar angenommen.

95 außergewöhnliche Talente

Zur „Galaeröffnung“ reiste das Bundesjugendorchester mit 95 außergewöhnlichen Talenten im Alter von 14 bis 19 Jahren an. Schon auf ihrer Afrikareise im August hatte das „Premium“-Orchester, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert, mit der „Johannesburg Festival Ouvertüre“ von William Walton und Brahms Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 73 für helle Begeisterung gesorgt. Auch im Taubertal sprang der Funke rasch über; spätestens als die jungen Leute den Ungarischen Tanz Nr.8 von Brahms so beseelt aufspielten, als ginge es um ihr Leben.

Zum fulminanten Auftakt entfaltete Brandon Phillips mit präzisem Dirigat die kreative Bandbreite der Nachwuchselite mit Waltons siebenminütigem Stück, das klassische Melodien spektakulär mit afrikanischen Rhythmen verbindet. Als Kontrapunkt dazu fühlte man sich im ersten Satz der zweiten Sinfonie von Brahms wie in einer sachte schaukelnden Hängematte. Fein gewoben mit behaglichem Pizzikato und Stakkato der Streicher und Bläser endete der erste Satz. Dann trumpften die Violoncelli mit einer klangvollen Kantilene auf, gefolgt von einschmeichelnden Bläserklängen; eindrucksvoll gelang das von den Posauen vorgetragene Leitmotiv der Sinfonie, und wieder recht verhalten endete der zweite Satz. Wie süße Zwetschgen schmeckte der dritte Satz, ein Allegretto grazioso. Das Publikum sparte schon zwischen den Sätzen nicht mit Beifall.

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