Silbermond und die große Liebe - Karten verlost

Silbermond, erfolgreichste deutsche Popband der Gegenwart, meldet sich zurück. Am 15. Mai gastieren Sängerin Stefanie Kloß und Co. in Würzburg. Ein Gespräch mit Kloß und Gitarrist Thomas Stolle über Laminat und Spreewald-Gurken, Liebe und das, was bleibt.

Frage: Sind Sie, die ständig von Liebe und großen Gefühlen singt, privat auch so romantisch?

Stefanie Kloss (lacht): Ziemlich. Ich bin schon ein sehr harmoniebedürftiger Mensch. Und ich bin jemand, der irgendwie alles auf einmal will, dieses perfekte Bild. Natürlich wäre es schön, wenn alles so wäre, wie es sein muss: Du hast einen Partner, wo irgendwie alles stimmt, wo Du sagst: „Okay, das ist er.“ Und das auch für immer. Aber man wird halt zu viel enttäuscht, ich musste mir die letzten Jahre ein bisschen klar machen, dass das Angebot da draußen so groß ist, dass jeder denkt, es geht noch besser. Es gibt ja kaum noch diese Beständigkeit, keiner hat noch lange Beziehungen, die über vier, fünf, sechs Jahre gehen. Jeder sagt sich: „Hey, die Welt ist offen. Eine Großstadt wie Berlin, ich kann jeden Abend weggehen, ich kann jeden Abend jemand anderen haben, wenn ich möchte.“ Diese Enttäuschung, das hat meine kleine Welt ein bisschen realistischer werden lassen. Klar: Ich habe meine Ideale, und ich weiß, was ich will, und ich weiß, wonach ich suche. Aber ich weiß auch, dass es durch äußere Umstände schnell kaputt gehen kann, weil die Welt nun mal so ist, wie sie ist.

Also sind wir alle beziehungsunfähig?

Kloss: Irgendwie muss es gehen. Ich bin ein Fan von bedingungsloser Liebe – sich selbst bedingungslos zurückzunehmen, bedingungslos für den anderen da zu sein, auch wenn es für dich in dem Moment heißt, dass du zurückstecken musst. Was zwar sehr schwer ist, aber ich bin eben ein bedingungsloser Mensch. Wenn ich liebe, dann liebe ich wirklich so, merke aber irgendwann auch – wenn nicht das Entsprechende zurückkommt –, dass ich selbst auch nicht mehr die Kraft habe, das bedingungslos zu geben. Manchmal merke ich auch, dass ich selbst egoistisch werde und sage: „Okay, aber was kommt jetzt für mich dabei raus?“ Ich glaube, es ist total schwer, zu geben, ohne etwas zu erwarten.

Klingt, als wäre es fast unmöglich, den Richtigen zu finden – gerade in der Branche, in der Sie sich bewegen?

Kloss: Genau. Deshalb war diese Zeit, die wir jetzt für uns hatten, auch sehr, sehr wichtig. Um mal ein bisschen was aufzubauen, und sich endlich die Zeit zu nehmen, Leute besser kennenzulernen. Das ist das, was bleibt – neben den ganzen Backstagebereichen, den ganzen Partys und allem, von dem die Leute denken, es wäre wer weiß wie toll. Klar, das gehört dazu und ist manchmal auch interessant, aufregend und schön. Aber trotzdem will doch irgendwie jeder so was wie einen Zufluchtspunkt, an den du dich immer zurückziehen und sagen kannst: „Hey, hier ist noch alles normal. Hier ist früh der Kaffee da, und alles ist gut.“ Ich glaube, das braucht jeder. Jemanden, der sich auf einen einstellt und auf den man sich einstellt. Da ist es völlig egal, ob ich die Sängerin von Silbermond bin oder Krankenschwester (lacht).

Demnach suchen Sie noch?

Kloss: Ja, aber wer tut das nicht?

Das neue Album, erschienen gestern, Freitag, 20. März.
Wo haben Sie die letzten zweieinhalb, drei Jahre gesteckt? Eine bewusste Pause, um all das zu verarbeiten, was Sie erlebt haben?

Thomas Stolle: Es ging darum, einmal auf Reset zu drücken und wieder Musik zu machen, wie wir sie ganz am Anfang gemacht haben. Als es losging mit dem Songschreiben, haben wir den Proberaum umgeräumt, das Umräumen artete dann aus in ein Renovieren. Andreas und ich haben Laminat verlegt. Kloss: Mit viel Fluchen. Stolle: Viel Fluchen und viel Verschleißmaterial (lacht), aber am Ende ist ein schönes Ergebnis rausgekommen, und es hat einen neuen Vibe reingebracht. Wir wollten runterkommen und ganz naiv Musik machen. Musik, die uns selbst nicht langweilt. Beim dritten Album, wenn du den 60sten, 70sten, 80sten Song schreibst, läufst du Gefahr, irgendwie in alten Mustern festzustecken.

Abgesehen vom Laminat: Welche Anschaffungen haben Sie noch getätigt? Große, neue Wohnung? Teure Autos?

Stolle: (lacht): Nein! Wir haben einen Kletterkurs belegt – dafür haben wir Geld ausgegeben. 150 Euro, um klettern zu lernen. Und wir sind einfach mal in den Spreewald gefahren und mit einem Boot durch die Kanäle gepaddelt. Das hat gut getan. Ich fand es großartig, Spreewald-Gurken aufm Kanal zu essen und ein Bier in der Hand zu haben. Das hat uns sehr gut getan, und dem Album auch.

Man sieht Sie nie in Lifestylemagazinen und bei Talkshows.

Kloss: Dafür bin ich zum Glück zu uninteressant. Wir machen halt Musik, und das, was mich ausmacht, ist zum größten Teil das, was ich in Verbindung mit Silbermond tue – mehr gibt es eigentlich nicht. Ich bin weder in irgendwelche Skandale verwickelt, noch in irgendwas anderes, und deshalb ist es auch schön, dass ich nur nach Sachen gefragt werde, die Musik betreffen.

Dabei gäbe es Interessantes über die private Stefanie Kloß zu berichten. Sie sind eine bekennende Ordnungsfanatikerin.

Kloss: Stimmt. Wenn es ans Kochen geht, bin ich total ordentlich und räume schon während des Kochens alles weg, damit dann – wenn man isst – alles aufgeräumt ist. Sonst habe ich keine Ruhe zum Essen. Das sind so kleine Macken, die jeder hat.

Rechnen Sie dazu auch Ihre Fähigkeit, überall einschlafen zu können?

Kloss: Ja, meine Mutti macht sich schon Sorgen, dass ich irgendeine Mangelerscheinung habe. Aber ich stehe halt auch immer zeitig auf, im Schnitt zwei Stunden früher als die Jungs, weil ich morgens Joggen gehe oder anderen Sport mache. Vielleicht schlafe ich auch zu lange und werde dadurch dann wieder müde, ich habe keine Ahnung. Ich bin halt so: Wenn ich mich irgendwo wohlfühle, schlafe ich gerne ein, und wenn ich mit Freunden in der Kneipe bin und werde total müde, dann schlafe ich auch während der Unterhaltung ein.

Karten gewinnen! - Einsendeschluss am 24.03.2009

Die Karten gewinnt
Katja Reusch aus Würzburg

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