LONDON

"Skyfall": Der Bond-Song macht Adele stolz

Adele Foto: RTR

Dieser Tage stürzen sie sich ja reihenweise vom Himmel. Erst fliegt Freifall-Hasardeur Felix Baumgartner schneller als der Schall, dann kommt auch gleich schon Adele, die größte Rekordknackerin der Popmusik in diesem Jahrtausend, mit ihrem neuen Lied. Das heißt „Skyfall“, also Himmelssturz, und ist der Titelsong des neuen, 23. James-Bond-Abenteuers, das am 1. November, zum 50. Geburtstag der Bond-Reihe, ins Kino kommt. Laut einiger Vorabkritiken soll es großartig geworden sein.

Und Adele selbst? Hatte anfangs ein bisschen Bammel, als die Produzenten sie fragten. „Ich habe ein wenig gezögert, diese Aufgabe zu übernehmen“, lässt die 24-Jährige verlauten. „Es gibt sofort ungeheuren Druck und Aufmerksamkeit, wenn man den Bond-Song macht.“ Adele Adkins sollte mittlerweile an Aufmerksamkeit gewohnt sein. Wie hat sie doch die Popwelt dominiert seit Januar 2011, als ihr zweites Album „21“ auf den Markt kam. Schon das Debüt „19“ war erfolgreich, aber „21“ stellte alles in den Schatten. 24 Millionen Mal hat es sich weltweit verkauft, noch immer hält es sich in vielen Ländern wacker in den Charts – und es dürfte dank „Skyfall“ einen erneuten Schub bekommen. Natürlich ist es das meistverkaufte Album des Jahres 2011, es wird aller Voraussicht nach auch das meistverkaufte Album 2012 werden. Keine Platte hat sich seit 1985 länger an der Spitze der US-Charts gehalten, in Großbritannien gab es 16-mal Platin, und die Single „Rolling in the Deep“ wurde bislang zwei Millionen Mal im US-Radio gespielt.

Es hätte also keine geeignetere Kandidatin geben können für „Skyfall“. Schon länger war im Netz geraunt worden, dass sich die Londonerin der Sache annimmt. Am 5. Oktober kamen zeitgleich die offizielle Ankündigung und direkt der von Paul Epworth produzierte Song. Adele: „Ich habe mich in das Drehbuch verliebt, und Paul hatte tolle Ideen. Am Ende ging es dann wie von selbst.“ Es habe Spaß gemacht, sagt Adele, einen Song nach einer bestimmten Vorgabe zu schreiben. Der Titel stand ja fest. Auch die orchestrale Opulenz darf in einem offiziellen Bond-Song niemals fehlen. „Als wir die Streicher aufgenommen haben, war es einer der stolzesten Momente meines Lebens. Ich stelle mir schon vor, wie ich mit 60 den Leuten erzähle, dass ich früher mal so was wie ein Bond-Girl war.“

„Skyfall“ klingt durch und durch wie ein James-Bond-Song. Klassisch, edel und stolz. Nachdem die jüngeren Titellieder allesamt etwas verunglückt waren – weder Alicia Keys & Jack White noch Chris Cornell oder Garbage vermochten sonderlich zu elektrisieren –, ist „Skyfall“ eine Rückbesinnung auf den Markenkern. Adeles Stimme ist auch nach der Operation, die sie im vergangenen Jahr zur Tourabsage zwang, über alle Zweifel erhaben, das Orchester gibt alles, das Lied ist angenehm bombastisch und leicht zu merken. In Sachen Dramatik steht „Skyfall“ so in der Tradition herausragender Bond-Nummern wie Shirley Basseys „Goldfinger“ oder Tina Turners „Goldeneye“.

„Adele hat genau die richtige Stimme und das Gefühl, diesen Song zu tragen“, lobt auch Bond-Darsteller Daniel Craig. „Als ihr Name ins Gespräch gebracht wurde, sagte ich gleich: Wir müssen sie kriegen.“

Die schwangere Adele Adkins schaut sich den nun wieder aufbrandenden Rummel wie üblich gelassen aus der Distanz an. Mit ihrem Verlobten Simon Konecki genießt sie das zurückgezogene Leben in ihrem neuen, nicht eben kleinen Landhaus und freut sich wie Bolle auf das gemeinsame Kind: „Ich bin überglücklich.“

„Skyfall“: Daniel Craig ist zum dritten Mal im Geheimdienst Ihrer Majestät unterwegs (das Foto zeigt das Plakat des Film... Foto: Cinetext/United Artists

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