Sommerhausen

Torturmtheater: Feminist liebt Machofrau – kann das gutgehen?

Robin Hood trifft Wonder Woman, Feminist trifft Machofrau. Christian Streit und Amelie Heiler in "Lieben. feministisch" im Torturmtheater Foto: Angelika Relin

Sie steht auf Mistkerle, die den Macho raushängen lassen und Steaks essen. Er ist Vegetarier, hat einen Stopfpilz und ist Feminist. Kate und Steve könnten unterschiedlicher nicht sein. Auf einem Kostümfest, sie im sexy Wonder-Woman-Kleidchen, er als Robin Hood in Strumpfhosen, verlieben sie sich ineinander. Wie die beiden zum Happy End kommen, zeigt die Komödie „Lieben. feministisch – How to date a Feminist“ im Sommerhäuser Torturmtheater.

Regisseur Ercan Karacayli hat den furiosen Text der Engländerin Samantha Ellis in rasante Szenen gesetzt, in denen beide Schauspieler mit ungebremster Spiellust so richtig Gas geben. Ellis arbeitet mit Klischees, die sie gleich wieder raffiniert bricht. Amelie Heiler und Christian Streit sind nicht nur Kate und Steve, die sich zufällig treffen, nachdem ihre vorherige Beziehung in die Brüche gegangen ist. Sie schlüpfen in atemberaubendem Tempo auch in die Rollen von Steves Ex-Verlobter Carina und seiner Mutter Morag sowie von Kates Exfreund Ross und ihrem Vater Joe. Dazu braucht es nur eine schnell kreierte neue Frisur, ein Hütchen, ein Superman-T-Shirt und vor allem die beeindruckende Wandlungsfähigkeit des Schauspieler-Duos.

Wenn der Bräutigam nach neun Stunden Ehe einfach verschwindet

Zunächst sind Kate und Steve bis über beide Ohren verliebt. Planen eine Hochzeit, wollen es allen recht machen – Steves Mutter, die jahrelang mit ihrem heranwachsenden Sohn in einem Frauen-Protestcamp gehaust hat, und Kates Vater, der in seiner Vergangenheit in Lagern leben musste. So unterschiedlich sie ticken, Brautvater und Bräutigammutter kommen sich auf der Hochzeit ihrer Kinder näher, werden letztendlich vom Brautpaar knutschend erwischt. Das führt einem solchen Gefühlschaos des Brautpaars, dass Steve nach nur neun Stunden Ehe einfach verschwindet...

Es sind die rasanten Spielszenen, in denen Widersprüchlichkeiten gnadenlos aufgedeckt werden, die das Publikum immer wieder in Gelächter ausbrechen lassen. Dazu die augenzwinkernden Anspielungen auf Emanzipation und Gleichberechtigung, die eingerosteten Denkschubladen, die knackigen Rollenwechsel und nicht zuletzt der überbordende Spaß am Spiel der Darsteller. Begeisterter Applaus des Premierenpublikums.

Auf dem Spielplan bis 3. August. Kasse und Telefon sind von Dienstag bis Samstag ab 16 Uhr besetzt. Tel. (09333) 268. Gespielt wird Dienstag bis Freitag, 20 Uhr, am Samstag 16.30 und 19 Uhr. Mail: kartenbestellung@torturmtheater.de

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