Würzburg

Verkehrs-, Lach- und Sachgeschichte(n)

Das Totale Bamberger Cabaret begeistert mit einem kuriosen Jahresrückblick das Publikum im voll besetzten Würzburger Bockshorn
Unter dem Motto "Augen zu und nochmal durch" präsentierte das Totale Bamberger Caberet (TBC)  im Theater Bockshorn in Würzburg seinen speziellen Blick auf das vergangene Jahr. Foto: Patty Varasano

 "Should we stay or should we go?" (Sollen wir bleiben oder gehen?). Im Laufe des Abends tauchte diese Frage auf. Allerdings nur als musikalische Bearbeitung des Brexit-Geschehens, auf das die Briten noch immer keine Antwort gefunden haben. Den Zuschauern im bis auf die Treppen besetzten Bockshorn stellte sie sich nicht. Sie blieben bis zum letzten Ton, der letzten Grimasse und dem Nachtgebet, mit dem die drei Mannen des Totalen Bamberger Cabarets (TBC) Michael A. Tomis, Florian Hoffmann und Georg Koeniger ihr Programm "Augen zu und nochmal durch" ausklingen ließen.

Zuvor hatte das Dream-Team des fränkischen Kabaretts (fränkisch "Driiem-Diiem") gut zweieinhalb Stunden lang (plus Pause) einen kuriosen Rückblick auf 2019 gegeben. Auf ein Jahr voller Jubiläen – wie 150 Jahre Kaugummi, 50 Jahre Sesamstraße und Mondlandung, 70 Jahren Grundgesetz, 30 Jahre Mauerfall -, voller Hits und Shits, zusammengepackt in eine höchst unterhaltsame und abwechslungsreiche Abfolge von Musik, Klamauk und Wortspielereien.

Andi Scheuer bekommt ordentlich eins auf den Deckel

Sportler, Politiker, Medien bekommen ihr Fett weg. Verpackt in eine Sach- und Lachgeschichte taucht einer gleich zweimal auf: "Das ist der Andi. Der Andi Scheuer. Der ist Verkehrsminister und wollte den ausländischen Autofahrern das Geld aus der Tasche ziehen." Die bescheuerte Idee hat der EU-Gerichtshof abgebügelt, so dass der Andi jetzt schwer in der Klemme steckt. Unwahrscheinlich, dass der E-Scooter ihm hilft, da rauszukommen.

Auch die Fridays-For-Future-Aktivisten spielten natürlich eine Rolle. Foto: Patty Varasano

Nicht sich selbst, sondern die Welt zu retten, das haben sich die "Fridays-for-Future"-Aktivisten vorgenommen. In die Rolle eines solchen schlüpfte Koeniger - und versuchte auch gleich, seine spießigen Eltern zu belehren. Dabei tun die doch schon was für den Klimaschutz: Sie verzichten auf Deo, Duschen und zögern den Unterhosenwechsel hinaus.

"Reismologen" und sonstige Experten

Dann ging es zu wirklich weltbewegenden Themen: Riberys Abendessen in Dubai (goldenes Steak) und dem umgefallen Reissack irgendwo in einem Dorf einer chinesischen Provinz. Ein Ereignis, über dessen Ursache (Naturkatastrophe oder Terroristen?) und Auswirkungen (auf Börse, Verbraucher, Lebensmittelhersteller) "Reismologen" und sonstige Experten in einem "Brennpunkt" heftig spekulierten.

Die Themen Wissenschaft ("fantastische Aufnahmen" vom schwarzen Loch), Schule (das ach so schwere bayerische Mathe-Abi und Vorschläge zu weniger "abgehobenen Aufgaben"), Verkehr (Boris Becker und die Besenkammer; neues Reiseziel ISS für Otto Normalbürger; der Berliner Flughafen, von dem kein Flug nach irgendwo geht) waren damit längst nicht abgehandelt.

Gebannt folgte das Publikum Koenigers Unterhaltung mit dem Schlagzeuger Kurt. Der gab auf ganz eigene Weise sein eindeutiges Statement zur Politik des US-Präsidenten ab. Und mit der Politik des Damen-Trios AKK-Merkel-von der Leyen endet dann auch der köstlich schräge Jahresrückblick.  

"Augen zu und nochmal durch" heißt es noch mal am 26. Januar in der Weinkellerei Vollert in Sulzfeld, am 29. Januar im Würzburger Bockshorn und am 1. Februar in der Kulturhalle in Grafenrheinfeld.

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