WÜRZBURG

Verlassen Priol und Pelzig die "Anstalt"?

Neues aus der Anstalt: Die beiden Kabarettisten Urban Priol (51) aus Aschaffenburg und der aus Würzburg stammende Frank-Markus Barwasser (52) sollen Gerüchten und einem Medienbericht zufolge im Herbst ihre gemeinsame Sendung verlassen.

„Nur wer sich erhebt, kann sich auch widersetzen“: Urban Priol und Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig in der Anstalt.
„Nur wer sich erhebt, kann sich auch widersetzen“: Urban Priol und Frank-Markus Barwasser alias Erwin Pelzig in der Anstalt. Foto: ZDF
Von der erfolgreichsten Satireshow im deutschen Fernsehen mit durchschnittlich drei Millionen Zuschauern soll es dem Vernehmen nach nur noch drei Ausgaben mit den beiden geben: am 25. Juni, am 27. August und, das Finale, am 1. Oktober.

Offiziell bestätigen will das niemand. Das ZDF erklärte auf Anfrage, dass der Vertrag zu „Neues aus der Anstalt“ noch bis Ende 2013 läuft und Gespräche stattfinden. Die „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ (WAZ) spekuliert, dass Christine Prayon („heute-show“) und Max Uthoff, die beide schon Gäste in "Neues aus der Anstalt" waren, die beiden Unterfranken beerben könnten. Die WAZ zitierte einen ZDF-Sprecher: „Richtig ist, dass wir uns derzeit in Gesprächen mit den Protagonisten befinden, auch mit möglichen neuen Protagonisten, über die Fortsetzung der ,Anstalt' 2014 sowie neue Entwicklungen.“

Barwasser, der am Freitag (7. Juni) im ausverkauften Congress Centrum seiner Heimatstadt Würzburg auftritt, sagte auf Anfrage der Main-Post: „Derzeit ist alles im Fluss. Eine Entscheidung wird es erst im Sommer geben.“

Außer den Gerüchten gibt es aber auch konkrete Hinweise für den Ausstieg der beiden: Sowohl in Pelzigs als auch in Priols online einzusehenden Terminkalendern ist der letzte gelistete „Anstalt“-Termin der 1. Oktober 2013.

Das ZDF hat „Neues aus der Anstalt“ nach 28 Jahren Satirefreiheit 2007 erstmals auf Sendung geschickt. Es war der Versuch, nach Dieter Hildebrandts „Notizen aus der Provinz“, die 1979 eingestellt worden waren, wieder lustig zu werden im Zweiten, damals gab es ein Format wie die „heute-show“ noch nicht, und die Anstalt hatte – für ein in der Nische beheimatetes Programm – einen phänomenalen Erfolg.

Den Auftakt sahen 3,86 Millionen Zuschauer, eine Menge, von der die damalige Konkurrenz, der „Scheibenwischer“ in der ARD, der 2008 eingestellt wurde, nur noch träumen konnte, und die heutige Konkurrenz, Dieter Nuhrs „Satire Gipfel“, schauen etwa halb so viele Menschen wie die „Anstalt“.

Den Einstieg von Pelzig als festes Mitglied im Oktober 2010 sahen 3,60 Millionen. Laut ZDF hatte die Sendung 2012 im Schnitt knapp über drei Millionen Zuschauer, was dem Mittel der letzten drei Jahre entspreche. Die jüngste Sendung am 28. Mai sahen 3,28 Millionen.

Barwassers Alter Ego trat die Nachfolge von Georg Schramm an, der in seiner Figur als Lothar Dombrowski Patientensprecher in der „Anstalt“ gewesen war und mit Priol  die Sendung aus der Taufe gehoben hatte.

2007 erhielten Priol und Schramm den Deutschen Fernsehpreis für ihre "Anstalt", und 2008 waren sie für die Sendung für den Grimme-Preis nominiert, die renommierteste deutsche TV-Auszeichnung.

Am 22. 11. (20 Uhr) tritt Erwin Pelzig im Würzburger Vogel Convention Center auf. Karten: Tel. (09 31) 6001 - 6000.

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