LONDON

Warum Jimmy Page kein Gitarrengott sein will

Jimmy Page: „Ich suche immer nach dem kreativen Funken. Immer.“ Foto: dpa

Jimmy Page, der Mann mit den einst langen, wilden, mittlerweile schlohweißen Haaren, die er meist zum Pferdeschwanz zusammengebunden trägt, gilt als einer der einflussreichsten Gitarristen und Songschreiber der Rockgeschichte. Trotz seines 70. Geburtstags an diesem Donnerstag (9. Januar) bleibt der britische Musiker und Led-Zeppelin-Gründer ein Gitarrengott, auch wenn er sich selber nicht so sieht. „Ich bin kein Gitarrenheld“, sagte er einmal.

Page wurde 1944 im englischen Heston geboren. Mit zwölf begann er – mehr aus Zufall – Gitarre zu spielen. „Wir sind umgezogen, und die Gitarre stand einfach da“, erzählte der Musiker im Dokumentarfilm „It Might Get Loud“ (2008). „Es gab jemanden an meiner Schule, der mir ein paar Griffe beibrachte.“ Doch vor allem habe er das Gitarrespielen gelernt, indem er Platten hörte. Zu seinen musikalischen Einflüssen gehörten Elvis Presley, aber auch Blues-Größen wie B. B. King. Außerdem sei er mit Skiffle, einer Art Folkmusik, aufgewachsen. „Das war lokale Musik, sehr englisch und kam vor Rock 'n' Roll.“ Als Teenager trat Page mit Bands auf. Wegen einer Drüsenfiebererkrankung konnte er aber bald nicht mehr live spielen. Für kurze Zeit wandte er sich deshalb seiner zweiten Liebe zu, der Kunst. „Genauso wie ich Gitarre spielen wollte, wollte ich Maler werden und ging an die Kunstschule“, sagte Page. Doch die Liebe zur Gitarre war stärker.

Parallel zu seinem Kunststudium begann Page, als Studiomusiker zu arbeiten. In den 1960er Jahren war er auf vielen Aufnahmen zu hören, zum Beispiel von The Kinks, The Who oder The Rolling Stones. Trotzdem war er damals nur der Fachwelt bekannt. Das änderte sich, als Page 1968 Led Zeppelin gründete in der Besetzung mit Sänger Robert Plant, Bassist John Paul Jones und Schlagzeuger John Bonham. Als Gitarrist und Songschreiber der Band hatte Page seine erfolgreichste Zeit. Sein Solo in „Stairway to Heaven“ gilt unter Experten als Geniestreich.

Led Zeppelin feierten in den 1970er Jahren große Erfolge und verkauften bis heute mehr als 300 Millionen Platten. Das Ende der Hardrock-Pioniere kam 1980 mit dem Tod von Schlagzeuger Bonham. Danach wurde es ruhiger um Page. Er startete Soloprojekte und spielte mit Led-Zeppelin-Sänger Robert Plant ab und an zusammen.

2007 – 27 Jahre nach Auflösung der heute legendären Band – ging Page mit Led Zeppelin nochmals auf die Bühne. Millionen Menschen wollten dafür Karten haben. Doch dem Konzert in London, das als triumphale Rückkehr gefeiert wurde, folgten keine weiteren. Für zweistündige Riesen-Auftritte hielt sich vor allem Plant zu alt.

Das „Rolling Stone“-Magazin adelte ihn als Nummer drei der 100 besten Gitarristen. Der „Daily Telegraph“ schrieb, für Musikliebhaber werde Page wohl nur von Jimi Hendrix als herausragendstem Gitarristen übertrumpft. Der Brite selber besteht darauf, dass er die Gitarre nie wirklich gemeistert hat: „Entweder übte ich, oder sie spielte mich. Es kommt darauf an, wie man es betrachtet.“ Heute spielt Page noch ab und zu, um neue Akkorde, neue Riffs auszuprobieren. „Ich suche immer nach dem kreativen Funken. Immer.“

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