WÜRZBURG

Wenn Doro den Teufel auf die Hörner nimmt

Bald 45 Jahre alt und kein bisschen leise: Doro, die wohl kräftigste Metal-Stimme der Republik, mischt rund 400 Fans in der Würzburger Posthalle nach Lust und Laune auf.
„Ich will Eure Arme sehen“: Doro Pesch bei ihrem Auftritt in der Würzburger Posthalle. Foto: FOTO Christoph Weiss

Es dauert, bis Dorothee Pesch aus der CD-Konserve gelockt wird und wie der Leibhaftige auf die Bühne kracht. Das Warten hat sich gelohnt für die Verehrer der metallgeschmückten Blondine, die keine Jubelpausen zulässt: „Ich will Eure Arme sehen!“, feuert sie die schwarze Menge an. Die Fäuste fliegen nach oben, des Teufels Hörner recken sich ihr entgegen – so könnte es bei einer Party in der Hölle abgehen!

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Noch aber gellt das tausendfache „Hey!“ als Bekenntnis zur „Heavy-Metal-Family“ sehr lebendig durch die Halle. Der blonde Wirbelsturm am Mikrophon identifiziert sich und die Fans mit dieser Musikrichtung, die für nicht wenige auch sichtbare Lebenseinstellung ist. Mit fliegenden Haaren strahlt die Gelegenheitsboxerin Kampfbereitschaft aus, die sie in harte Rhythmen und dröhnende Musik verpackt: „All we are“ lockert auch die Stimmbänder im Saal, der simple Text tut das Seine dazu. „The Night of the Warlock“ rüttelt nachdrücklich am Zwerchfell und trifft den Nerv des Metallers. Die Düsseldorferin kann auch auf Deutsch, und mit einem Hauch von Zartheit wirkt „Herzblut“ wie eine ruhige Insel in einer tosenden Sturmflut. Oli und Joe an den Gitarren sowie der springlebendige Nick am Bass geben ordentlich und instrumental sauber den nötigen Zunder. Johnny Dee stellt nicht zuletzt mit einer tollen Einlage unter Beweis, warum Drums auf Deutsch Schlagzeug heißen. Im durchweg mittelalterlichen Publikum fehlt der Nachwuchs nicht. „Ich bin zehn Jahre alt“, piepst eine Bubenstimme ins Mikro. Bei anhaltendem Hörkonsum in Heavy-Metal-Power bitte Ohrenschutz nicht vergessen, sonst droht Altersschwerhörigkeit schon in jungen Jahren!

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