WÜRZBURG

Wie Ian Gillan mit Bier das maßvolle Trinken lernte

Ian Gillan: „Ich liebe Musik, stecke voller neuer Ideen.“
Ian Gillan: „Ich liebe Musik, stecke voller neuer Ideen.“ Foto: dpa

Die singende Rockstar-Riege Ian Gillan (Deep Purple), Chris Thompson (Manfred Mann's Earthband), Jimi Jamison (Survivor) und Robin Beck („First Time“, „Save up all your Tears“), dazu Toto-Gitarrist Steve Lukather. die Mat Sinner Band sowie das Bohemian Symphony Orchestra Prague – und fertig ist der „Rock Meets Classic“-Abend am kommenden Freitag (20. Januar) in der Würzburger s.Oliver Arena. Deep-Purple-Sänger Ian Gillan (66) im Interview:

Frage: Sie kommen mit einem Orchester wieder auf Deutschlands Bühnen. Deep-Purple-Fans denken dabei natürlich an das berühmte „Concerto“, das Sie mit Ihrer Band und dem Royal Philharmonic Orchestra 1969 aufgenommen haben. Sehen Sie da Parallelen?

Ian Gillan: Nicht unbedingt. Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, ein Orchester zu integrieren. „Concerto“ war ein symphonisches, durchkomponiertes Stück für Band und klassische Musiker. Bei „Rock Meets Classics“ kann man sich eher eine Big Band vorstellen, wie bei Count Basie. Das Orchester ähnelt eher einem, wie man es im Studio bucht, wenn man einen fetteren Sound will. Die Mitglieder sind allesamt sehr jung und auch sehr enthusiastisch. Wir sind schon im vergangenen Jahr gemeinsam aufgetreten, und ich fand das faszinierend.

Wie kann man sich die Show vorstellen?

Gillan: Ich singe wahrscheinlich sechs Songs von Deep Purple, die eben anders arrangiert sind. Darunter „Strange Kind of Woman“, „Highway Star“ und „Smoke on the Water“ als letztes Stück des Abends. Meine Sängerkollegen machen das ähnlich.

Sie touren unermüdlich, sind nahezu jedes Jahr mit Deep Purple in Deutschland, haben vor zwei Jahren ein Soloalbum und in diesem Jahr Aufnahmen mit Black-Sabbath-Gitarrist Toni Iommi gemacht. Müde werden Sie wohl nie?

Gillan: Für mich ist das völlig normal, es ist einfach mein Job, den ich jetzt seit annähernd 50 Jahren so erledige. Ich liebe Musik, stecke voller neuer Ideen. Jedes Jahr gönne ich mir drei Monate Auszeit, die ich dann mit meiner Familie verbringe. Dann habe ich zwar immer noch einen Stift, mein Notebook und meine Gitarre dabei, aber unterm Strich reicht mir das, und ich liebe, was ich tue. Es ist ein recht leichtes Leben als Musiker. Das Reisen ist mittlerweile wirklich angenehm. Nicht mehr so wie früher, als wir zu fünft in einem Van mit all unserem Equipment herumfuhren.

 

Gibt es eine Platte, die Sie besser nicht gemacht hätten?

Gillan: Das kann ich so nicht sagen. Bei den rund 400 Songs, die ich in meinem Leben aufgenommen habe, ist sicher der ein oder andere dabei, auf den ich nicht wirklich stolz bin. Wirklich ärgern tun mich so manche von uns nicht autorisierte Live-Alben oder Best-of-Zusammenstellungen. Allgemein muss man sagen, dass eine Platte immer den Zustand der Band abbildet, in dem sie gerade ist. Und wir hatten sicherlich auch unsere harten Zeiten, was man der Musik mitunter anhört.

Haben Sie Kontakt zu ehemaligen Mitglieder von Deep Purple wie beispielsweise Glenn Hughes oder Ritchie Blackmore?

Gillan: Glenn Hughes habe ich leider nie getroffen. Neulich habe ich seine neue Band im Fernsehen gesehen, das hat mir gut gut gefallen. Und Ritchie Blackmore? Nein, als er ging, hat es zu regnen aufgehört und die Sonne kam heraus. So gefällt mir das auch.

1983 wagten Sie einen Ausflug zur Konkurrenz und stiegen bei Black Sabbath ein. Wie stehen Sie heute zu dieser Zeit?

Gillan: Das war eine echte Herausforderung und eine tolle Erfahrung, weil die Band damals mit anderen Skalen, anderen musikalischen Einflüssen experimentierte. Außerdem war mein Black-Sabbath-Jahr die größte Party, auf der ich je gewesen bin. Sie dauerte ein Jahr inklusive der Tournee und war kompletter Wahnsinn. Seitdem verbindet mich eine wunderbare Freundschaft mit Tony Iommi.

Vor allem in den 70er- und 80er-Jahren lebten Sie ein typisches Rock'n'Roll-Leben mit allen Exzessen. Viele Ihrer Kollegen dieser Jahre haben das nicht lange mitgemacht, einige sind heute tot. Warum gibt es Ian Gillan noch?

Gillan: Das hat sicherlich mit glücklichen Umständen zu tun. Ich rauchte meinen ersten Joint mit 38 Jahren und habe vorher und auch nachher nie harte Drogen angefasst. Es war eine Pub-Kultur, in der ich aufgewachsen bin. Da wurde Bier getrunken, Zigaretten geraucht, das bringt dich nicht so schnell um. Mit der Drogen-Kultur hatte ich nie etwas am Hut. Ich entspanne mich gerne und trinke mal einen. Wenn du einen Kater vom Bier hast, dann ist das eines der schlimmsten Dinge überhaupt. Den hatte ich schon als Jugendlicher und wollte nur noch sterben. Das lehrt dich, mit Maß zu trinken.

Was macht Ian Gillan, wenn er ausspannen will?

Gillan: Ich bin ein sehr aktiver Mensch, treibe in meiner Freizeit viel Sport. Vor ein paar Jahren habe ich mir beim Football allerdings den Fuß ruiniert, das schränkt mich ein in der Bewegung. Außerdem schreibe und lese ich sehr viel. Glücklicherweise gibt es das Internet. Das hält mich davon ab, ständig in der Bücherei zu sitzen.

Karten für „Rock Meets Classic“ unter Tel. (0 18 05) 60 70 70, im Internet: www.argo-konzerte.de

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