WÜRZBURG

Woyzeck als soziales Experiment der Grausamkeit

Man kann Büchners Tragödie als historischen Text lesen. Am Mainfranken Theater wirkt sie wie eine moderne, mitleidlose Versuchsanordnung unter klinischen Bedingungen.
Das Ende: Als Woyzeck (Hannes Berg) Marie (Hannah Walther) die Kehle durchschneidet, geht ein erschrockenes Aufseufzen durchs Theater Foto: Foto: Thomas Obermeier
Man könnte eine Gesellschaft daran messen, wie sie mit denen umgeht, die nicht dazugehören. Die eine Macke haben. Die anders oder fremd sind. Die schwach sind. Man würde dann sehr schnell zu dem Schluss kommen, dass es – sollte kein Verlass auf grundlegende Regungen der Menschlichkeit sein – Regeln geben muss, um die zu schützen, die sich nicht selbst schützen können. In Georg Büchners fragmentarischer Tragödie „Woyzeck“ gibt es solche Regeln nicht. Im Gegenteil: Allgemeine Absprache ist, dass nur der Rechte genießt, der Macht besitzt. Ein Regelwerk also, das selbstverständlich ...
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