Xavier Naidoo: Neues Album ohne Skandale und ohne Höhepunkte

Mit seinem achten Studioalbum will sich Xavier Naidoo noch einmal neu erfinden. Nach seinen Sinneswandlungen der vergangenen Jahre sollte das kein Problem sein. Oder?
Xavier Naidoo bei einem Konzert Ende Juli in Luzern. 
Xavier Naidoo bei einem Konzert Ende Juli in Luzern.  Foto: Alexandra Wey, dpa

Ob solo oder in Begleitung der "Söhne Mannheims" – Xavier Naidoo polarisiert seit vielen Jahren. Einst als Stimmwunder Deutschlands gefeiert, machte er mit Liedern wie "Ich kenne nichts" oder "Dieser Weg" auf sich aufmerksam. Jahre später wurde dem Soulsänger mit indischen und südafrikanischen Wurzeln eine Nähe zur rechten Szene nachgesagt. Schlagzeilen machte vor allem sein Auftritt am Tag der Einheit vor einigen Jahren, als er vor sogenannten "Reichsbürgern" sprach. Aber auch Songs wie "Abgrund", in denen er die Demokratie beschimpft, sorgten für Unmut. Seitdem fällt es schwer, die politische Haltung des Musikers, der sich früher in Liedern gegen Rassismus ausgesprochen hatte, zweifelsfrei zu deuten.

Umso genauer wird nun sein neues Album "Hin und weg" unter die Lupe genommen. Doch wer mit neuen Skandalen und politischen Statements rechnet, wird enttäuscht. Das Album kommt regelrecht friedlich daher und erinnert an einen früheren, leiseren Naidoo. Eine politische Haltung ist kaum zu erkennen. Vielmehr dreht sich das achte Studioalbum um das Thema Liebe. Das zeigt etwa "Diese Eine". Das Lied mit Zeilen wie "Deine Augen, dein Lächeln, dein Gesicht ist wie die Sonne, die durch Gewitterwolken bricht" ist melodiöse Schnulze, nicht Statement.

Zusammenarbeit mit Rappern

Die weiteren Songs sind mal poetisch, mal so ganz und gar nicht sprachgewandt ("Ich vermiss dich hart, gepaart mit dem Gefühl, dass ich glaub, dass ich dich mehr als mag"). Doch es wird auch tiefgründig, etwa wenn sich der Soulmusiker mit Gott befasst oder für seine Mutter singt, die er als "Gottes Geschenk auf Erden" bezeichnet.

Das Album ist geprägt von Hip-Hop-lastigen Sounds und einfachen Rhythmen. Kein Wunder: Naidoo arbeitet mit den Rappern Klotz, MoTrip, Chefket und Kontra K zusammen. Die Neueinspielung kommt ohne musikalische Höhepunkte aus. Wer aber die feine Stimme des einstigen "Messias von Mannheim" in altbekannten Liedmotiven hören will, der findet vermutlich auch an "Hin und weg" Gefallen.

Xavier Naidoo: "Hin und weg", Sony Music

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