Würzburg

Erstes Masterkonzert mit machtvoll-grimmigen Klangexplosionen

Bei den Masterkonzerten von Musikhochschule und Mainfranken Theater dürfen Studierende ihre dirigentischen Fähigkeiten mit einem großen Orchester ausprobieren.
Foto einer Probe des Philharmonischen Orchesters Würzburg.
Foto: Stefan Pompetzki | Foto einer Probe des Philharmonischen Orchesters Würzburg.

Masterkonzert heißt das neue Format in der Zusammenarbeit von Musikhochschule und Mainfranken Theater. Unter anderem wird Studierenden der Hochschule für Musik die Möglichkeit gegeben, ihre dirigentischen Fähigkeiten mit einem großen Orchester auszuprobieren und unter Beweis zu stellen. Dies tat an diesem Premierenabend vor leider nicht sehr zahlreichen Zuhörern mit Temperament und Präzision die Dirigentin Hyeju Jung. Zuvor gab es Grußworte vom Präsidenten der Musikhochschule Christoph Wünsch, vom Oberbürgermeister der Stadt Würzburg Christian Schuchardt und vom Intendanten des Mainfranken Theaters Markus Trabusch. 

Fotos von einer Probe des Philharmonischen Orchesters Würzburg.
Foto: Stefan Pompetzki | Fotos von einer Probe des Philharmonischen Orchesters Würzburg.

Zuverlässige Streicher und ausgezeichnete Bläser

Hauptwerk des Abends war die Tondichtung Sheherazade op. 35 von Nikolai Rimski-Korsakov. Jung konnte sich bei ihrer Interpretation nicht nur auf einen stets zuverlässigen Streicherapparat, sondern vor allem auf ausgezeichnete Bläser verlassen. So konnte sie sowohl zauberhafte, bildhaft-farbige Märchenstimmung in berückenden Klängen und Rhythmen als auch machtvoll-grimmige Klangexplosionen erzählen. Zudem konnte sie in der köstlichen Zwiesprache zwischen Konzertmeistersoli und Harfe Momente anrührender Ruhe finden.

Begeisterte beim Masterkonzert: der Viola-Professor Nimrod Guez. 
Foto: Vanessa Daly | Begeisterte beim Masterkonzert: der Viola-Professor Nimrod Guez. 

Bartoks Bratschenkonzert, das vor der Pause mit dem unglaublich virtuosen Dozenten für dieses Instrument Nimrod Guez eine faszinierende Wiedergabe erlebte, ist nach einem Brief des Komponisten an seinen Auftraggeber für dieses Werk, den englischen Bratschisten William Primrose, an manchen Stellen "wahrscheinlich unbequem oder unspielbar". Beim Spiel von Guez merkt man davon nichts. Zwar lässt man sich von dem schönen, großen Klang seines Instruments, die differenzierte Melodik, gefangen nehmen, aber man staunt auch über die schwierigen virtuosen Passagen. Davon lässt sich auch die Dirigentin Jung inspirieren, nimmt die Impulse vom Solisten auf und setzt sie zuverlässig in die Orchesterbegleitung um. Auch wenn man nicht genau weiß, ob die Instrumentierung anhand der Skizzen des Komponisten durch seinen Schüler Tibor Seely genau richtig ist, jedenfalls an diesem Abend wirkte sie in dem Dirigat von Jung treffend.

Viel Beifall für die junge Dirigentin

Guez stellte nach dem Konzert sein altes Instrument vor, das er nach aufwändiger Restauration seit sechs Wochen spielt. Nach dem großen Beifall wollte er "die alte Dame" noch einmal erklingen lassen. Ein Bach-Satz erfreute die Zuhörer und die Mitglieder des Philharmonischen Orchesters.

Am Anfang des Konzerts standen Deux marches et un intermède von Francis Poulenc. Jung konnte mit ihrer temperamentvollen Art den rhythmischen Witz und den Spaß an den Reibungen in diesem Werk zuverlässig vermitteln. Es gab viel Beifall.

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