Winterhausen

Musik-Comedy "Spanisch für Anfängerinnen" im Theater Sommerhaus

Wenn schon kein Live-Spanienerlebnis in diesen schwierigen Zeiten, so wenigstens ein bisschen Sommer-Feeling von der Bühne: José (Raoul Migliosi) und Manolo (Luis Peralta-Fernandez), zwei Senores aus dem Süden, bringen mit ihrer Musik-Comedy "Spanisch für Anfängerinnen" nicht nur Frauen zum Lachen.

Trotz Abstand sind sie ihrem animierten Publikum im Theater Sommerhaus ganz nah, denn sie proben in zehn Lektionen mit ihm spanische Kosenamen, aber auch Schimpfworte, Redewendungen und Songs im Bossa-Nova-Rhythmus. Mit "Un, Dos, Tres, Maria" geht es los, gefolgt von der Küchenschabe "La Cucaracha", die  Manolo fingerfertig auf der Gitarre und José mit den Kastagnetten hochleben lassen. Ohrwürmer wie "Macarena", das Mädchen, das alle wollen, fressen sich in die Gehörgänge.

Blut- und liebevoll parodieren die beiden deutsche und spanische Sonderheiten. Zum Highlight wird der Flamenco, mit dem José sich in die Herzen der Zuschauer stampft, während Manolo ihn mit Karacho und orientalisch-andalusischen Klagen aus der Gitarre antreibt. Ein Stripp, bei dem die beiden Machos zeigen, was sie drauf haben, ist ein erneuter Angriff auf die Lachmuskeln. Situationskomik bei der Antwort auf einen Heiratsantrag oder beim Bezahlen in der Bar - Zwischenapplaus ist vorprogrammiert und der Spanier zweifelsohne der Erotik immer näher als ein deutscher Tourist.

Die folgenden Lektionen in - wie beide meinen - der Sprache der Liebe und Leidenschaft stehen unter anderem unter den Überschriften "Kennenlernen", "Verabreden", Liebe" und "Abschied". Sie erzählen von all den melancholischen Momenten, die ein spanischer Jüngling mit seiner Sommerliebe erlebt. Bei "Vamos a la playa" kommt man sich näher, romantisch, sanft und tragisch wird es mit "Hijo de la luna".

Witzig sind sie, die beiden in Glitzer- oder wild gemusterte Hawaiihemden samt Krawatte und kurzer Hose gesteckten Spanier. Manolo hat sich bei den deutschen Touristen die weißen Tennissocken in Sandalen abgeschaut, José zieren eine dicke Goldkette um den Hals und sein lockiges Haar. Traumverloren erinnert er sich an Hildegard, seine erste deutsche Sommerliebe, die ihm alles über "Amor" beigebracht hat und deren Name so katholisch klingt, dass er sich vor dem blinkenden Heiligenbild bekreuzigen muss.

Obwohl mancher Text lyrisch-nachdenklich ist, sind es lauter Gute-Laune-Hits, die die beiden Möchtegern-Toreros unter der Regie von Iwona Jera aneinandergereiht und mit harmlosen Geschichtchen angereichert unter die Leute bringen. Kraftvoll erklingt "Quantanamera",  tänzerisch "La Bamba" und überschäumend vor Gefühl und Glück das mexikanische Volkslied "Ay, ay, ay, ay, canta y no llores".

So enden die Spanisch-Lektionen mit einem Examen, einem Lächeln auf allen Gesichtern und lebhaftem Beifall.

Gespielt wird bis 19. Juli jeweils Freitag, Samstag und Sonntag. Reservierungen unter Tel.: (09333) 9049867

  

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