Veitshöchheim

Musikalisches Plädoyer gegen den Brexit beim Mozartfest

Die wetterbedingte Verlegung vom Schlosspark in die Mainfrankensäle tat der Stimmung keinen Abbruch: DasEnsemble Salaputia Brass riss sein Publikum mit E- und U-Musik mit.
Begeisterten beim Mozartfest: Salaputia Brass
Foto: Anne Juretschka | Begeisterten beim Mozartfest: Salaputia Brass

Sie beherrschen ihre Instrumente exzellent, sind locker drauf und verbreiten gute Stimmung. Das Ensemble Salaputia Brass mit dem Posaunisten Felix Eckert aus Hohenroth in der Rhön war zu Gast beim Mozartfest. Keine Freude war die wetterbedingte Verlegung des Konzerts vom Veitshöchheimer Schlossgarten in die sterilen Mainfrankensäle. „Manchmal muss man die Dinge einfach nehmen, wie sie sind“, tröstete Moderator und Posaunist Philip Pineda Resch.

Das Programm war ein musikalisches Plädoyer gegen den Brexit: „Bond, Beatles and Other Brits“. Vortreffliche Klänge bot die Suite „The Fairie Round“ von Anthony Holborne (1545-1602), Arrangement Roger Harvey: Majestätische Trompeten, hymnische Posaunen, edles Waldhorn, duftiger Bass und präzises Schlagwerk. Da sah man bei geschlossenen Augen förmlich die höfische Gesellschaft um Queen Elisabeth I. lustwandeln, parlieren oder Menuett tanzen.

Alle Komponisten des Abends waren Engländer bis auf Mozart. Als Reverenz an das Festival hatte Salaputia Brass eine „England Suite“ arrangiert - mit dem ersten Satz das Allegro der vierten Sinfonie und als dritten das Presto der ersten, die Amadeus als Achtjähriger in London komponierte. Beide Sätze ausgesprochen virtuos und äußerst präzise musiziert. Den melancholisch und weich interpretierten Mittelsatz „God is Our Refuge“ komponierte Mozart als 20-Jähriger in London.

Entferntes Echo aus dem Off

Meeresrauschen, stürmische Wellen und sanfte Brisen ertönten in „A Triton Suite“ von Arthur Butterworth (1923-2014) für drei Trompeten, Bass und drei Posaunen. Der dritte Satz „Lament“ barg eine hörenswerte Überraschung. Alle setzten Dämpfer ein und spielten eine zarte Weise, die als entferntes Echo aus dem Off auftauchte. Nanu, wo kam das denn her? Vom Rest der Blechbläser, die draußen vor der Tür standen.

Doch die zwölf „Knirpse“ (lat. Salaputia) können auch U-Musik wie Dixieland, Blues, Pop und Jazz. Bei „Airs and Atmospheres“ von Derek Bourgeois wippten die Knie der entspannten Zuhörer. Die meisten Arrangements stammen von Trompeter Peter Dörpinghaus und boten auch solistische Einlagen. Da sang die Posaune im Wechsel mit Waldhorn oder Bass Titelmelodien im „Bond for Brass“-Medley. Toll die Jazz-Improvisations-Einlage der Trompete bei Stings „Englishman in New York“.

Gefordert waren die Zuhörer beim Beatles-Marathon „All You Need Is Brass“. „Wer die meisten Songs erkennt, hat gewonnen“, so der Moderator. Leider gab es keine Preisverleihung – aber schließlich waren am Ende eines  mitreißenden Abends alle Gewinner.

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