Würzburg

Noch ist Zeit: Wie die Festivals mit Corona umgehen

Mozartfest, Kissinger Sommer und Africa Festival sollen zwar erst nach dem 20. April stattfinden. Ob dann die Auflagen aufgehoben sind, ist aber keinesfalls sicher.
Als noch niemand von Corona wusste: Mozartfest-Nachtmusik 2019 im Hofgarten der Residenz.
Foto: Silvia Gralla | Als noch niemand von Corona wusste: Mozartfest-Nachtmusik 2019 im Hofgarten der Residenz.

"Ich bin zuversichtlich und ruhig", sagt Evelyn Meining, Intendantin des Würzburger Mozarfests, dessen 2020er Ausgabe am 29. Mai beginnen soll. Ob das möglich sein wird, könne man aber erst ab dem 20. April sagen, wenn – oder falls – die Corona-Beschränkungen aufgehoben sind. "Es sind noch zehn Wochen bis 29. Mai, in Asien hat sich in dieser Zeitspanne die Situation verbessert", sagt Meining. Mit den vorbildlichen Maßnahmen in Bayern könne das auch möglich sein. 

Derzeit hat das Mozartfestbüro seine Aktivitäten zurückgefahren, Vorverkauf und Reservierungen laufen ausschließlich im Webshop und per E-Mail unter info@mozartfest.de. Zwar kaufe im Moment niemand Karten, das sei aber kein Problem: "Jetzt ist immer eine ruhigere Zeit, außerdem haben wir schon 85 Prozent der Karten verkauft."

Sollte sich die Situation nicht verbessern oder gar so dramatisch werden wie in Italien, "dann haben wir auch kein Interesse, ein Fest zu feiern", sagt Evelyn Meining. Sollten Konzerte nur unter Auflagen möglich sein, werde man kreativ reagieren. "Wir haben ohnehin vergleichsweise kleine Säle, etwa den Kaisersaal mit 400 Plätzen." Sollten Künstler oder Orchester ausfallen, werde es andere geben, die ihrerseits wegen Corona kurzfristig verfügbar seien.

"Wir werden als Menschen, die nur Frieden kennen, ganz neue Erfahrungen machen"

Einer Sache ist sich Meining sicher für den Fall, dass gespielt werden darf: "Die Menschen werden befreit, mit großer Freude und Sehnsucht in die Konzerte kommen. Wir sind soziale Wesen, das gemeinsame Erleben ist für uns unverzichtbar." Bis dahin allerdings: "Wir werden als Menschen, die nur Frieden kennen, ganz neue Erfahrungen machen."

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Wie Meining fühlt Tilman Schlömp, Intendant des Kissinger Sommers, mit den Künstlerinnen und Künstlern, denen wegen Corona Termine und Einnahmen wegbrechen. "Es ist furchtbar, wenn man Leuten einen Teil ihrer Existenz wegnehmen muss", sagt er.  Auch er traut sich vor dem 20. April keine Prognose zu. "Wir sehen aber der Möglichkeit ins Auge, dass wir ein Festival absagen müssen, an dem unser Herzblut hängt. In jedem Fall aber geht Sicherheit vor."

Das Africa Festival ist für 29. Mai bis 1. Juni terminiert. Das Team arbeite mit Hochdruck an der Organisation, es sei aber keinesfalls sicher, dass die Verbote bis dahin aufgehoben werden, heißt es in einer Pressemitteilung: "Daher bitten wir Euch/Sie zu berücksichtigen, dass es möglich ist, dass das 32. Africa Festival nicht stattfinden kann."

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