Würzburg

Staatsheater: Wiedereinzug ins neue Haus mit neuem Namen

Das Tempo der Entwicklung hat alle überrascht: Schon im Laufe dieser Woche entscheidet der Würzburger Stadtrat über ein Eckpunktepapier in Sachen Staatstheater.
Die Entscheidung ist wohl gefallen: Wenn das Mainfranken Theater zur Spielzeit 2022/23 in sein neues Haus einzieht, firmiert es als Staatstheater.
Foto: Thomas Obermeier | Die Entscheidung ist wohl gefallen: Wenn das Mainfranken Theater zur Spielzeit 2022/23 in sein neues Haus einzieht, firmiert es als Staatstheater.

Immer wieder war in den vergangenen Jahren darüber gesprochen worden, dass das Mainfranken Theater Würzburg zum Staatstheater werden könne. Dennoch war es am Sonntagabend bei der "Auftakt!"-Revue zur Eröffnung der Spielzeit 2019/20 eine Überraschung, als Oberbürgermeister Christian Schuchardt mitteilte, dass die Umfirmierung offenbar in trockenen Tüchern ist.

In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es nun, dass der "Freistaat Bayern beabsichtigt, das Mainfranken Theater zu einem Staatstheater mit Wiedereinzug in das sanierte und erweiterte Haus zur Spielzeit 2022/23 aufzuwerten". Im Laufe der Woche sollen der Werkausschuss Mainfranken Theater und der Stadtrat in nichtöffentlichen Sitzungen über ein Eckpunktepapier zu einer Staatstheater-Vereinbarung entscheiden. Dieses Papier habe Schuchardt mit dem bayerischen Wissenschafts- und Kunstministerium seit dem vergangenen Jahr erarbeitet.

Oberbürgermeister Schuchardt spricht vom "Würzburger Modell"

Die Vereinbarung bezeichnet der OB als "Würzburger Modell". Es sieht vor, dass die Stadt weiterhin Trägerin des Hauses und Arbeitgeberin der Theaterbeschäftigten ist – bei zunehmender Beteiligung des Freistaats bis hin zur hälftigen Finanzierung der Betriebskosten. Seit 2003 macht der Staatszuschuss rund 25 Prozent der Betriebskosten aus.

 Intendant Markus Trabusch spricht von einem "absoluten Glücksfall". Damit könne man gut auf künftige Herausforderungen reagieren. Auch er sei überrascht vom Tempo der Entwicklung gewesen. Für Dirk Terwey,  geschäftsführender Direktor des  Theaters, bedeutet die Entscheidung "eine große Sicherheit für das Haus und seine Beschäftigten", die "großartige Perspektiven" schaffe. 

Bruno Forster, Vorsitzender des Theater- und Orchesterfördervereins, stimmt dem zu: "Damit ist die Zukunft des Mainfranken Theaters finanziell gesichert." Der Verein stellt dem Theater seit vielen Jahren pro Spielzeit einen sechsstelligen Betrag zur Verfügung, zuletzt wieder eine Viertelmillion Euro. Mit der Ernennung zum Staatstheater könnte der Verein seine Hilfe stärker auf einzelne herausragende Inszenierungen konzentrieren, so Forster. 

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