Würzburg

Sternstunde beim Würzburger Hafensommer

Zwischenbilanz nach zwei Drittel Festival am Würzburger Alten Hafen: Schönes fürs Ohr war dabei und Gutes für jeden Geschmack. Ein Genre aber ragt heraus.
Extraklasse: Pianist Omer Klein mit Haggai Cohen Milo am Kontrabass und Schlagzeuger Amir Bresler bei der 'Jazz Night' des Würzburger Hafensommers.
Foto: Patty Varasano | Extraklasse: Pianist Omer Klein mit Haggai Cohen Milo am Kontrabass und Schlagzeuger Amir Bresler bei der "Jazz Night" des Würzburger Hafensommers.

Und wieder ein starkes Trio aus Israel. Und wieder ein begeisternder Jazz-Abend. Der Würzburger Hafensommer will und soll ja „für jeden Geschmack“, fürs breite Publikum was bieten. Ein bisschen was für Tanzfreunde, etwas Weltmusik, eine Portion Populäres. Ein paar größere und bekanntere Namen, Neuentdeckungen und Geheimtipps, dazu Künstler aus der Region. Festivalwoche zwei läuft – und nach zehn von 17 Konzertabenden am Hafenbecken vor dem Kulturspeicher lässt sich zwischenbilanzieren: Am stärksten, besten ist der Hafensommer 2019 beim Jazz.

Erst die israelische Band Shalosh beim Eröffnungskonzert mit dem Philharmonischen Orchester: Da gab es von Klavier, Schlagzeug, Bass schon Musik voller Esprit, irgendwo zwischen Klassik, Jazz und Indie. Dann der Abend mit den beiden herausragenden Instrumentalisten Renaud Garcia-Fons und David Pena Dorantes an Kontrabass und Klavier.

Künstler aus der Region, Musik aus anderen Kontinenten 

Nun machte zwar auch der „regionale“ Abend Laune, bei demSongwriter und Gitarrist Markus Rilldemonstrierte, wie gute, handgemachte Live-Musik mit extra für den Abend eingeladenen Kollegen sein kann. Und auf genregrenzenlose Weltreise konnte man – auf der Hafentreppe sitzend oder tanzend – gut bei der Argentinierin La Yegros und am afrikanischen Abend bei den Sängerinnen Irma und Nneka gehen. Aber besonders, besonders wurde es eben wieder beim Jazz.

Gewitzte Entertainerin: R&B-Sängerin China Moses beim Hafensommer.
Foto: Patty Varasano | Gewitzte Entertainerin: R&B-Sängerin China Moses beim Hafensommer.

Konkret, bei der sonntäglichen „Jazz Night“. Das lag . . . schon auch an China Moses. Die Souldiva aus den USA wärmte im kühlen Regenwolkenwind mit intensiver Stimme – und koketten, lasziven, selbstironischen Geschichten über Leidenschaften und Laster. Ernste Zwischentöne und politische Botschaften gegen Rassismus inklusive. Und auch der „Ethno-Jazz“ zu Beginn vom Harrycane Orchestra um den türkischen Sänger und Perkussionisten Tarkan Yesil und den schwäbischen Komponisten und Schlagzeuger Harry Alt: schöne Sache und wohlig-interessant fürs Ohr.

Mit Hör- und Kaufempfehlung: "Radio Mediteran" 

Zur Sternstunde aber wurde die Stunde mit dem Omer Klein Trio. Was Pianist Omer Klein, Bassist Haggai Cohen Milo und Schlagzeuger Amir Bresler bieten – jüngst auch beim Kissinger Sommer zu erleben: extrem spielerische, originelle Arrangements. Rhythmisch, groovend, heftig, schnell – und dabei von verblüffender Leichtigkeit. Große Klasse. „Radio Mediteran“, das neue Album der israelischen Musiker, die jetzt in Deutschland lebend: dringend zu empfehlen.  

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