Streit um Gemälde aus jüdischem Besitz

Aus Sicht des Museums ist der Fall seit Jahren erledigt: Im Jahr 2000 war ein Anwalt im Namen der Erben des in Auschwitz ermordeten Breslauer Kunstsammlers Max Silberberg beim Museum Georg Schäfer vorstellig geworden. Sein Anliegen: Die Sammlung Georg Schäfer enthalte Bilder aus der Sammlung Silberbergs, zu deren Verkauf dieser 1935 und 1936 von den Nationalsozialisten gezwungen worden war. Die Sammlung-Dr.-Georg-Schäfer-Stiftung, Eigentümerin der Bilder, beschied Anfang 2001 die Forderung nach Rückgabe abschlägig – damit war das Thema für beide Seiten erstmal durch.
„Man kann eine Sache doch nur einmal verschenken“: Fritz Schäfer (links) und Wolfgang Köster, der zweiköpfige Vorstand der Sammlung-Dr.-Georg-Schäfer-Stiftung, die Eigentümerin aller Bilder des Schweinfurter Museums Georg Schäfer ist.       -  „Man kann eine Sache doch nur einmal verschenken“: Fritz Schäfer (links) und Wolfgang Köster, der zweiköpfige Vorstand der Sammlung-Dr.-Georg-Schäfer-Stiftung, die Eigentümerin aller Bilder des Schweinfurter Museums Georg Schäfer ist.
Foto: FOTO MAthias Wiedemann | „Man kann eine Sache doch nur einmal verschenken“: Fritz Schäfer (links) und Wolfgang Köster, der zweiköpfige Vorstand der Sammlung-Dr.-Georg-Schäfer-Stiftung, die Eigentümerin aller Bilder des Schweinfurter Museums Georg Schäfer ist.

Doch nun steht der Fall wieder auf der Tagesordnung: Ende Januar, berichtet die „Süddeutsche Zeitung“ (SZ), erscheint das Buch „Nazi Looted Art – Handbuch der Kunstrestitution weltweit“ (looted = geraubt) der Historikerin Monika Tatzkow und des Rechtsanwalts Gunnar Schnabel, das 17 Gemälde aus der Sammlung Schäfer aufführt, die aus jüdischem Besitz stammen. Allein die Erwähnung dieser Herkunft wirft die Frage der Rückgabe auf, zumal sich in der „Washingtoner Erklärung“ von 1998 44 Staaten zur Rückerstattung von geraubten und unter Zwang verkauften Kunstwerken verpflichtet haben.

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