Würzburg

Was an der neuen Auswahl zum runden Jubiläum hervorragend ist

Die Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens (VKU) gibt es seit einem Jahrhundert. Die Jubiläumsschau im Würzburger Spitäle geht in die zweite Runde. Ein Rundgang.
Blick in die Jubiläumsausstellung zum Hundertjährigen der Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens (VKU) im Spitäle. Anfang der Woche wurde die Schau zum zweiten Mal neu gehängt und präsentiert nun Gegenwartskunst.
Foto: Joachim Fildhaut | Blick in die Jubiläumsausstellung zum Hundertjährigen der Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens (VKU) im Spitäle. Anfang der Woche wurde die Schau zum zweiten Mal neu gehängt und präsentiert nun Gegenwartskunst.

Kunst stellt mehr Fragen, als dass sie antwortet. Das lässt sich bei der Jubiläumsschau zum Hundertjährigen der Vereinigung Kunstschaffender Unterfrankens im Spitäle erleben. Die begann vor vier Wochenmit einem historischen Rückblick, aus dem sehr Weniges aufregend hervorstach, abgesehen von der Frage: Wenn das die Essenz der ersten Jahrhunderthälfte ist – werden dann die Menschen in 50 Jahren auch über die heutige Gegenwartskunst sagen: Das allermeiste war höchstens Mittelmaß, oder?

Anfang dieser Woche wurde die Schau zum zweiten Mal neu gehängt, mit Gegenwartskunst. Rund 50 Verbandsmitglieder reichten weitgehend junge Werke ein. Auge in Auge mit denen ist es nun ganz egal, wie spätere Nachfahren urteilen. Und selbst wenn die Mehrzahl der Exponate schon von heute aus gesehen Mittelmaß wäre, so wären sie doch das heutige Mittelmaß. Das sagt dem Zeitgenossen mehr als das gestrige Mittelmaß und die aktuelle Avantgarde zusammen.

Vertrautes, radikale Positionierungen und Überraschendes

Im Spitäle trifft man auf Vertrautes, auf Momentaufnahmen in der Entwicklung einiger Künstler (Werner Winterbauer, Elvira Lantenhammer), aber auch auf radikale Positionierungen im eigenen Oeuvre (Gabi Weinkauf) und Überraschungen (Petra Winkelhardt, um nur einige zu nennen). Und wir sehen kleine Abweichungen vom Erwarteten, etwa bei Andreas Schmitt und Helmut Nennmann. Und schon stellen sich neue Fragen: Waren da die Erwartungen falsch? Liegt das Gewohnte nur im Auge des Betrachters? In 50 Jahren wissen wir mehr.

Für die Hängung der eingereichten Bilder und fürs Aufstellen von Kleinplastik und Schmuck war eine ganze Gruppe zuständig. Die hat ihre Sache hervorragend gemacht und zahlreiche – nicht immer auf den ersten Blick erkennbare – Korrespondenzen zwischen den Werken entdeckt. Manchmal sind es oberflächlich kongruente Binnenelemente, die den Inhalt zweier Rahmen miteinander verklammern. Dann natürlich Farben. Eine gewisse Regelmäßigkeit stellte sich sogar zwischen verglasten und unverglasten Gemälden her.

Performance von Petra Blume aus Schweinfurt

Stammgäste der Würzburger Produzentengalerien – so viele sind es ja nicht – können sich ein Vergnügen aus dem Namenraten machen, bevor sie die Beschilderung lesen. Sie werden kaum in die Irre geführt. Sie sollten nach der Identifizierung der Urheber aber die Details würdigen. Die hiesigen Künstlerinnen und Künstler reproduzieren sich nicht unentwegt selbst.

In den letzten eineinhalb Wochen der Schau möchte die Schweinfurterin Petra Blume dem Ganzen das Genre der Performance hinzufügen und permanent in Aktion sein. Das hat bei der Finissage am 30. Juni um 11 Uhr ein Ende. Dann stellt die VKU zum eigenen Hundertjährigen ihre frisch gedruckte Chronik vor.

Viel Kunst luftig hängen: Die Ausstellungsgruppe im Spitäle traf den Nagel auf den Kopf.
Foto: Joachim Fildhaut | Viel Kunst luftig hängen: Die Ausstellungsgruppe im Spitäle traf den Nagel auf den Kopf.
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