Würzburg

Kreisbäuerin Martina Wild: Durchhalten ist eine Option

Unsere Autorin hat in ihrem Samstagsbrief Landfrauen als Orienteriungshilfe in Corona-Zeiten benannt. Deren Vorsitzende aus dem Landkreis Würzburg hat darauf geantwortet.
Vor Corona: Kreisbäuerin Martina Wild (links) beim Landfrauentag im Gespräch mit der Schirmherrin der Veranstaltung,  Barbara Stamm.
Foto: Angelika Cronauer | Vor Corona: Kreisbäuerin Martina Wild (links) beim Landfrauentag im Gespräch mit der Schirmherrin der Veranstaltung,  Barbara Stamm.

Liebe Frau Rauch, die Überraschung ist Ihnen gelungen: auf Seite zwei der Wochenendausgabe einen Samstagsbrief an die Landfrauen zu setzen! Lob und Danke dafür. Ich vermute, dass Sie zum Einstieg ins Thema "Wie gestalte ich mein Leben positiv in der Corona-Krise" das Apfelkuchenbacken mit Landfrauenaktionen assoziiert haben.

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Ja, Backen und Basteln sind die Aufgabenbereiche, die den (Land-)Frauen bei Jubiläen und Festen im Jahreskreis traditionell zugeteilt werden und wo diese dann auch öffentlich und positiv wahrgenommen werden. Aber die Landfrauen auf diese typischen Frauen-Tätigkeitsbeschreibungen festzulegen, tut ein bisschen weh und wird der heutigen Landfrauenarbeit nicht gerecht.

Landfrauen: Von zu Hause aus gut vernetzt

Die Landfrauenvereine sind die größten Frauenvereine in Deutschland. In Bayern haben wir dazu die Besonderheit, dass die Landfrauen über den Bayerischen Bauernverband organisiert sind. Auf Orts-, Kreis-, Bezirks- und Landesebene bis zum deutschen Landfrauenverband sind die Landfrauen sehr gut strukturiert und vernetzt. Die Aufgabengebiete umfassen Landwirtschaft, Bildung,  Hauswirtschaft und Ernährung, Altersabsicherung, Lohngerechtigkeit, Politik, Soziales und vieles mehr. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Vermittlung von Alltagskompetenzen und Ernährungsbildung an Schulen.

'Wir haben von Kindheit an gelernt, dass nicht alles regelmäßig und selbstverständlich ist', schreibt Kreisbäuerin Martina Wild aus Würzburg. 
Foto: Wilma Wolf | "Wir haben von Kindheit an gelernt, dass nicht alles regelmäßig und selbstverständlich ist", schreibt Kreisbäuerin Martina Wild aus Würzburg. 

Von der Großmutter gelernt: Durchhalten ist eine Option

Was Sie, verehrte Frau Rauch, mit "kleiner Welt" beschreiben sehe ich so: Wer auf dem Land aufgewachsen ist oder seinen Lebensmittelpunkt hier hat, kennt und nutzt seine Ressourcen. Der Bezug zur Natur und natürlichen Vorgängen wie Vegetation, Wetter und Klima und die Beziehung zu Tieren und den Mitmenschen machen uns demütiger und dankbarer; vielleicht auch realistischer. Wir haben von Kindheit an gelernt, dass nicht alles regelmäßig und selbstverständlich ist. Und unsere Großmütter und Mütter haben uns gelehrt, dass Aus- und Durchhalten auch eine Option ist!

Von ihnen wissen wir auch, dass das Bewahren von Brauchtum und Tradition neben der Moderne Sicherheit und Stabilität die Grundlage für ein gut gelingendes Leben ist. Wir "Landmenschen" sind sozialisiert, kennen unsere Nachbarn und sind im Dorf- und Vereinsleben aktiv.

Entfremdung von Stadt-und Landbevölkerung 

Sorgen bereitet uns die weitere Entfremdung von Stadt- und Landbevölkerung. Es besteht die Gefahr, dass  keinerlei Verständnis füreinander mehr da ist. Deshalb sind Kommunikation und ständiger Dialog wichtiger denn je. Und damit sind wir wieder bei der Orientierungshilfe, liebe Frau Rauch, die Sie uns Landfrauen zuschreiben!

Mit einem herzlichen Gruß und dem Angebot, uns Landfrauen jederzeit zu kontaktieren,

Martina Wild, Kreisbäuerin Würzburg

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