Würzburg

Kommentar zu Corona: Schließt endlich die Schulen!

Es ist irrwitzig, Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern zu verbieten und andererseits Schulen mit 1000 Schülern weiter offen zu halten.
Österreich, Tschechien und Polen haben flächendeckende Schulschließungen angekündigt. Warum geht das in Bayern nicht? Warum warten wir den Verdachtsfall ab? 
Österreich, Tschechien und Polen haben flächendeckende Schulschließungen angekündigt. Warum geht das in Bayern nicht? Warum warten wir den Verdachtsfall ab?  Foto: Marijan Murat, dpa

Die Uni Würzburg hat wegen der Corona-Gefahr alle Lehrveranstaltungen abgesagt. Das Mainfranken Theater spielt nicht mehr. Fachkonferenzen, Jahrestagungen und Messen fallen flach.  Ja, mittlerweile werden in der Region sogar kleinere Veranstaltungen wie Tanzstundenbälle und Tangotreffen abgesagt, Handball-Kinderturniere sterben und sogar Privatparties und Verwandtentreffen werden verschoben. Das ist natürlich traurig für den einzelnen, aber sinnvoll um des allgemeinen Schutzes willen. Wir haben alle verstanden: Wir werden das Coronavirus so schnell nicht los, müssen uns ihm stellen. Die wichtigste Aufgabe der Gemeinschaft ist jetzt, den Anstieg der Fallzahlen zu verzögern, um das strapazierte Gesundheitssystem zu entlasten.

Es ist irrwitzig, Theater dicht zu machen und Schulen offen zu halten!

Aber wenn schon alle Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern ausgesetzt werden, warum bitte sind dann in Bayern die Schulen noch offen? An großen Schulen in Würzburg wie etwa dem Deutschhaus-Gymnasium oder der FOS/BOS tummeln sich täglich doch auch mehr als 1000 Leute. 1000 Schüler fassen hintereinander die gleichen Türklinken an, benutzen die gleichen Toiletten, husten sich beim Essen an und atmen stundenlang die gleiche, stickige Klassenzimmerluft.  Ist doch irrwitzig, einerseits Theater nicht mehr zu bespielen und andererseits die viel größere Ansteckungsgefahr an Schulen einfach zu ignorieren! 

Das finden nicht nur Schüler und Lehrer, sondern auch Verbände. Der deutsche Realschullehrerverband fordert "flächendeckende Schulschließungen" jetzt sofort; der bayerische Philologenverband verweist darauf, dass gerade für Oberstufenschüler und Abiturienten Lernplattformen zur Verfügung stehen, um Schüler im Homeoffice zu unterrichten. Klar wäre ein digitaler Unterricht nicht optimal, klar würden Schulschließungen zu Betreuungsproblemen führen, klar gäbe es in der ein oder anderen Familie gerade mit kleineren Kindern Chaos. Aber in diesem Fall sollte uns die Gesundheit mehr wert sein als der Bildungsauftrag. Es versteht hierzulande doch kein Mensch, warum wir mit Schulschließungen (106 sind es aktuell in Bayern) warten, bis ein Verdachtsfall auftritt, anstatt flächendeckend präventiv tätig zu werden.

Sinnvoll wären verlängerte Osterferien! Sofort!

Sinnvoll wäre es, ab nächster Woche Bayerns Schüler in verlängerte Osterferien zu schicken; ihnen Lehrmaterialien und Hausaufgaben mitzugeben. Wir sollten uns in dieser Angelegenheit Österreich, Tschechien und Polen zum Vorbild nehmen, die alle die flächendeckende Schließung ihrer Schulen angekündigt haben. Warten wir doch bitte nicht ab, bis wir Zustände haben wie in Italien!

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